20.09.2010 | Research

Langfristige Auswirkungen von Indexinvestments

Indexorientiertes Investment gewann in den letzten Jahren verstärkt an Popularität, nicht zuletzt durch die zahlreichen und kostengünstigen ETF-Angebote. Die langfristigen ökonomischen Auswirkungen von indexgebundenen Anlagen sind jedoch weitgehend unerforscht. Bei Rohstoffen werden Indexinvestoren von manchen Stellen als Verursacher erhöhter Volatilität gesehen (vgl. Absolut|report-News "Research: OECD findet keine Preiseinflüsse von Investoren auf Rohstoffmärkten" und "Rohstoffindex-Investments und ihr Einfluss auf Futures-Preise"). Ein aktuelles Diskussionspapier der NYU Stern School Business versucht erstmals, die langfristigen Auswirkungen von Indexinvestments zu prognostizieren.
Der Autor diskutiert eine Reihe von möglichen Implikationen. So könnte die Migration in oder aus einem Index zu plötzlichen Preisanstiegen bzw. Preisverfall bei den Aktien einzelner Unternehmen führen. Außerdem tendieren Aktienkurse innerhalb eines Index eher zum Gleichlauf.

Quelle: Wurgler (2010)

Systematische Investitionen in Indizes können zudem Crashs und Preisblasen verstärken, wenn Investoren einheitliches Verhalten an den Tag legen, z. B. Stop Loss. Auch wird ein Zunehmen der Risk-Return-Anomaly (riskantere Titel erwirtschaften niedrigere Renditen) erwartet, da Manager Aktien mit hohem Index-Beta bevorzugen würden.

Insgesamt könnten sich also Probleme ergeben bei der effizienten Preisbildung durch die Märkte, bei der Unternehmensfinanzierung und bei Abwärtsbewegungen der Märkte. Die Folge wären höhere marktinhärente Kosten und höhere Risiken. Eine weitergehende Untersuchung der Thesen des Autors in den nächsten Jahren dürfte daher von Interesse sein.

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