04.01.2018 | Märkte

Lage und Ausblick deutscher Lebensversicherer

Fitch hat sich in einem Marktbericht die Lage und Perspektive der deutschen Lebensversicherer untersucht. Das Ergebnis der Sektoreinschätzung für 2018 fällt wie schon im Vorjahr negativ aus, der Rating-Ausblick ist allerdings stabil.


Quelle: Fitch Rating

Die Bewertung fußt auf dem herausfordernden Marktumfeld, das sich durch niedrige Renditen und den anhaltenden Ergebnisdruck kennzeichnet. Das Zinsniveau wird vermutlich auf historischen Tiefständen verharren, was die größte Herausforderung für die Versicherer darstellt. Diese schwierigen Marktgegebenheiten sind nach der Einschätzung der Autoren von den Versicherern aber zu bewältigen, was u.a. mit den Erträgen aus nicht zinssensitiven Quellen und starken Kapitalpositionen begründet wird.

Schwierigkeiten wird weiterhin die Zinszusatzreserve bereiten, bei der 2018 mit weiteren Steigerungen zu rechnen ist. Für 2017 wird ein Anstieg auf 16 Mrd. Euro erwartet. Eine Optimierung der Berechnungsgrundlagen wird voraussichtlich erst nach dem Jahr 2019 umgesetzt.

Die Solvenz-Kennzahlen werden sich nach Auffassung der Autoren 2017 nicht verschlechtert haben. Denn die Finanzmarktbedingungen haben sich im laufenden Jahr etwas verbessert. 70 % der Versicherer haben diverse Übergangsregeln wahrgenommen. Ohne diese Transitionals würde die SCR-Quote bei 180 % liegen, 13 von 84 Versicherern würden unter den 100 % liegen.
Langsam steigende Zinsen würde die Entwicklung der Lebensversicherer erleichtern und könnte eine stabile Sektoreinschätzung begünstigen.  


Quelle: Fitch Rating


In Ausgabe 2|2017 des Absolut|report beschrieb Lars Heermann von der Assekurata auf Basis von aktuellen Studienergebnissen die Entwicklung und die Auswirkungen der Zinszusatzreserve auf die Anlageentscheidungen der Versicherer. Abonnenten finden den Beitrag hier.

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