27.08.2009 | Research

Kontrahentenrisiko und OTC-Derivate

Der Wert aller Over-the-Counter-(OTC)-Derivate betrug Ende 2008 weltweit ca. 600 Billionen US-Dollar. Dies betrifft Derivate auf Zinsen, Währungen, Aktien, Rohstoffe und Kreditrisiken. Zinskontrakte sind dabei mit rund 70% mit Abstand die Kategorie mit dem größten Volumen, Schätzungen zufolge ca. 420 Billionen US-Dollar. Das Kontrahentenrisiko von großen Marktteilnehmern lässt sich aufgrund der OTC-Derivate kaum feststellen. Eine Analyse des US-Marktes und Vorschläge zur Messung des Risikos und zur Verringerung systematischer Risiken behandelt ein im August erschienenes Working Paper des International Monetary Fund (IMF).


Quelle: IMF (2009)

Der OTC-Markt sei demzufolge sehr konzentriert. 10 Banken würden ca. 90% des Volumens stellen. In den USA sind die fünf sog. "Key Player" Citi, JPMorgan, Goldman Sachs, Bank of America und Morgan Stanley. Aufgrund der Konzentration der Risiken seien gegenwärtige Regelungen für OTC-Derivate laut der Autoren ein Risiko für das Finanzsystem und die globale Liquidität.


Quelle: IMF (2009)

Diese Risiken seien nicht ausreichend mit Kapital unterlegt. Daher wird insbesondere das Clearing von Derivaten zur Reduktion dieser Risiken in den Mittelpunkt gerückt. Verschiedene Schwierigkeiten und Anforderungen werden zum Abschluss des Working Papers anhand eines Fragenkataloges dargestellt und Vorschläge für eine Ausgestaltung erfolgreichen Clearings gegeben.

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