Konstruktion von Sentiment-Faktoren aus dem Optionshandel
George Bonne und Howard Zhang von MSCI haben in einem Researchpaper untersucht, ob sich aus Daten zu Handelsaktivitäten und Preisstrukturen von Aktienoptionen Sentiment-Signale zu den unterliegenden Basiswerten generieren lassen. Im Bereich Handelsaktivitäten werden Handelsvolumen und Open Interest betrachtet. Es zeigt sich, dass sowohl hohe Volumina bei Call- als auch Put-Optionen relativ zum Marktkapitalisierung ein negatives Signal für die Aktienperformance darstellen. Ein möglicher Grund hierfür ist die Möglichkeit für bearishe Investoren, entweder Calls zu verkaufen oder Puts zu kaufen. Auch eine Unterscheidung zwischen Optionen, die im Geld oder aus dem Geld notieren, macht keinen Unterschied. Ähnliche Resultate konnten die Autoren bei Betrachtung des Open Interest ermitteln. 
Quelle: MSCI
Die Autoren untersuchen zudem, ob aus der impliziten Volatilität der Optionen Informationen zu den Basiswerten gewonnen werden können. Es zeigt sich, dass die am- und aus-dem-Geld-Bereiche der Volatilitätskurven wesentlich stärkere Signale generieren. Für diese Bereiche der Volatilitätskurve erzielen Put- und Call-Schiefe sowie die Put-Call-Paritäts-Komponente konsistente Faktorrenditen. Abschließend kombinieren die Autoren die genannten 3 Volatilitätsfaktoren mit dem relativen Handelsvolumen, um einen aggregierten gleichgewichteten Sentiment-Faktor zu konstruieren. Für den Zeitraum 1996 bis 2018 ließen sich mittels dieses Faktors für das Universum der Titel des MSCI USA IMI Information Ratios zwischen 1,09 (univariat) und 1,83 (multivariat unter Berücksichtigung diverser Style- und Branchenfaktoren) erzielen. Für längerfristige Investments bietet es sich an, angesichts des hohen Turnovers einen gleitenden 3-Monats-Durchschnitt des Faktors zu verwenden (Option Sentiment Factor Slow). 
Quelle: MSCI
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