23.01.2019 | Märkte

Konstruktion von Multi-Faktor-Portfolios: Bottom Up schlägt Top Down

FTSE Russell hat die Effizienz von Multi-Faktor-Portfolios verglichen, die in ihren Strategien unterschiedliche Konstruktionsmethoden umsetzen. Hierzu fokussieren sich die Autoren auf drei Ansätze. Der Composite Index ist ein gewichteter Durchschnitt von Single-Faktor-Indizes (Top-Down). Composite Factor und Multiple Tilt hingegen sind Bottom-Up-Methoden. Der Composite-Factor-Ansatz kombiniert alle Faktoren in einer einzigen Kennziffer. Multiple Tilt rechnet die einzelnen Faktor-Exposures in Kennziffern um und nutzt dies zur Neugewichtung des Gesamtuniversums an Aktien, also ein Gewichtungsansatz, der keine Selektion vornimmt. Im Gegensatz zu anderen Analysen, die dasThema untersucht haben, vergleichen die Autoren jeweils Portfolios, die ähnlich stark diversifiziert sind.

Für ein höheres Faktor-Exposures bzw. ein stärker konzentriertes Portfolio erweist sich die Composite-Factor-Methode gegenüber dem Composite Index als überlegen, wenn mehrere Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden und deren Korrelation negativ ist. Umgekehrt ist der Composite Index effizienter, wenn weniger Faktoren berücksichtigt werden, geringere Exposures bestehen und die Faktoren positiv korreliert sind. Dennoch sollte die Entscheidung für oder gegen einen Ansatz nicht von diesen Erwägungen bestimmt sein.


Quelle: FTSE Russell

Der Multiple-Tilt-Ansatz erzielt im Rahmen der Analyse hingegen immer den besseren Trade-off von Exposure und Diversifikation als der Composite Index. Durch die größere Freiheit bei Bottom-Up-Methoden zur Konstruktion von Multi-Faktor-Indizes sollte sich immer ein Ansatz finden, der effizienter ist als ein gegebener Top-Down-Index, sind die Autoren überzeugt.


Quelle: FTSE Russell


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