12.06.2017 | Research

Klimaschutzziele und Investments in Staatsanleihen

Das Global Footprint Network hat in Zusammenarbeit mit der South Pole Group in einem Forschungspapier die Berücksichtigung der CO2-Intensität von Staatsanleihen thematisiert. Eine sinnvolle Bemessungsmethode ist demnach der Carbon-Intensity-Ansatz, der das Exposure der Staatsanleihen über die CO2-Emissionen in Tonnen in Relation zum BIP des Staates bemisst. Einerseits erlaubt dieses Verfahren die Vergleichbarkeit verschiedener Staaten, andererseits können andere Asset-Klassen relativ einfach mit einbezogen werden, was einen Überblick der CO2-Intensität aller Assets ermöglicht. Bei der Erweiterung des Carbon-Intensity-Ansatzes auf andere Asset-Klassen sollte jeweils ein separates Scoring erstellt werden. Ein weiterer Vorteil der Methode liegt darin, dass nicht nur die produktionsseitige CO2-Intensität gemessen werden kann, sondern auch auf die Konsumenten abgestellt oder Handelsströme berücksichtigt werden können. Auf diesem Wege würden Staaten, die durch Produktionsverlagerung CO2-intensiver Branchen ihre produktionsseitige Bilanz verbessert haben, nicht bevorzugt.


Quelle: Global Footprint Network

Im Zusammenhang mit dem Ziel, die Klimaerwärmung auf 2° C zu begrenzen, müssen die Emissionen weiter reduziert werden. In diesem Zusammenhang sollten länderspezifische Übergangsrisiken berücksichtigt werden, darunter die Sektorzusammensetzung der Volkswirtschaften, Höhe der Reserven fossiler Energieträger und die Auswirkungen der notwendigen CO2-Reduktionen auf die Kreditwürdigkeit der Länder. Auch gilt es, die seitens der Politik unternommenen Schritte zur Emissionsreduzierung zu evaluieren. Andere Aspekte sind u.a. der Netto-CO2-Fußabdruck unter Berücksichtigung von Aufforstungen und kumulative historische Emissionen.


Quelle: Global Footprint Network

Zu den möglichen Umsetzungslösungen im Portfolio gehören Portfolio-Dekarbonisierung, Ausschlüsse, Best-in-Class-Auswahl, Low-Carbon Indizes oder auch das Investment in Green Bonds.


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