07.03.2018 | Research

Klimarisiken mit negativer Risikoprämie

Aktien von Unternehmen mit höheren Klimarisiken weisen eine negative Risikoprämie auf, zeigt das Research-Papier „Carbon Risk“ eines Autorenteams der Universität Augsburg. Um die Auswirkungen von Klimarisiken auf die Asset Performance zu untersuchen, wird ein CO2-Risikofaktor konstruiert, der ein Long Exposure in Unternehmen mit hohen CO2-Risiken und eine Short-Position in Unternehmen mit geringen CO2-Risiken abbildet (BMG, Brown-Minus-Green). Anders als 2008 bis 2012 ist die Faktorprämie seit 2012 negativ, d.h. Unternehmen mit hohen CO2-Risiken weisen eine geringere Rendite auf. Mögliche Gründe für diese Entwicklung sehen die Autoren in einer stärkeren Fokussierung auf Marktrisiken in den Nachwehen der Finanzkrise oder im gestiegenen Bewusstsein für CO2-Risiken. Das Datensample umfasst 2114 Unternehmen weltweit im Zeitraum 2008 bis 2015.


Quelle: Görgen et al., 2017

Die Autoren betonen, dass der BMG-Faktor anders als andere Risikoprämien nicht mit einer höheren Rendite einhergeht, der klassische Ansatz einer Kompensation für höhere (Klima-)Risiken hier also in die Irre führt. Über die gesamte Beobachtungsperiode 2008 bis 2015 weist der CO2-Risikofaktor eine negative Prämie von -0,25 % pro Monat auf. Besonders hoch ist diese negative Prämie in Europa mit -0,39 %, in den USA ist sie nur leicht negativ. Dies impliziert, dass in den USA die Asset CO2-Risiken noch nicht in vollem Umfang eingepreist haben. Die Erweiterung eines Carhart-Faktormodells um den BMG-Faktor steigert dessen Erklärungsgehalt signifikant; das R² steigt um 11 %.


Quelle: Görgen et al., 2017

Out of Sample zeigt sich, dass u.a. die Branchen Chemie, Stahl und Rohstoffe in besonderem Maße von negativen Auswirkungen durch den Übergang zu einer emissionsärmeren Wirtschaft betroffen sind. Neben Portfolios kann auch für Einzelunternehmen mithilfe des Faktors die CO2-Intensität untersucht werden, was es Investoren erleichtert, ihr CO2-Risiko-Exposure besser zu managen.


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