Kein Schaden durch Terminhandel mit Agrarrohstoffen
Die Spekulation mit Agrarrohstoffen ist nach dem aktuellen Stand der Forschung nicht für den Anstieg von Preisniveau- und Volatilität auf den Märkten verantwortlich. Dies ergibt eine Auswertung von 35 Forschungsarbeiten, die in den letzten drei Jahren veröffentlicht wurden. Matthias Georg Will, Ingo Pries, Sören Prehn und Thomas Glauben von der Universität Halle-Wittenberg und dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa haben die Ergebnisse der Studien in einem Anfang Dezember publizierten Papier zusammengefasst. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten, von denen zehn in wissenschaftlichen Journalen erschienen sind, sprechen eindeutig gegen einen Zusammenhang zwischen Preisanstieg und Spekulation. Vielmehr zeigt der Großteil der Studien, dass realwirtschaftliche Faktoren das Niveau und die Volatilität der Preise für Agrarrohstoffe hat ansteigen lassen.
Quelle: Will, Pries, Prehn, Glauben (2012)
Den Zusammenhang zwischen gestiegener Preisvolatilität und dem Auftreten spekulativer Marktteilnehmer haben vier Studien untersucht. Nur eine Studie findet schwache Belege für eine kurzfristige Verstärkung der Volatilität. Gleichzeitig betonen die Autoren der Studie aber, dass sich für die mittel- und langfristige Entwicklung kein nachteiliger Effekt ergibt und eindeutig fundamentale Entwicklungen der zentrale Treiber sind. Eine weitere Studie konstatiert sogar eine volatilitätsglättende Wirkung mit steigendem Handelsvolumen. Die übrigen zwei Studien finden keinen Zusammenhang.