11.12.2013 | Studie

Kapitalerhalt von Stiftungen bleibt Herausforderung

Das Niedrigzinsumfeld führt nur bei wenigen deutschen Stiftungen zu einer Anpassung des Investmentprozesses, stellt der Bundesverband in einer Ende November veröffentlichten Umfrage fest. Grund hierfür ist die geringe Anzahl an Stiftungen, die ihre Investmentphilosophie schriftlich festhalten. Nur 126 der 236 teilnehmenden Stiftungen verfügen über eine schriftlich fixierte Anlagestrategie. Dennoch haben die meisten Stifter die Herausforderungen der vergangenen Krisenjahre insgesamt gut gemeistert. Knapp 40 % der Befragten gaben an, im Jahr 2012 keine Änderung ihrer ordentlichen Erträge gegenüber den letzten beiden Geschäftsjahren verzeichnet zu haben. Rund ein Viertel konnte sogar von einer Zunahme berichten. Allerdings mehren sich die Sorgen, das Stiftungskapital in Zukunft auch real erhalten zu können. Jede dritte Stiftung bezweifelt demnach dieses Ziel in den kommenden zwei Jahren noch zu erreichen.


Quelle: Bundesverband deutscher Stiftungen

Vor diesem Hintergrund planen rund 40 % der Stiftungen Maßnahmen zur Effektivitätssteigerung. Dabei wollen kleine Stiftungen vor allem mehr Fundraising wagen. Große Stiftungen dagegen suchen eine Lösung über verstärkte Kooperationen. Beim Thema Impact Investing bzw. Mission Investing, also dem zweckbezogenen Investieren, sieht der Bundesverband derzeit noch viel Luft nach oben und möchte noch nicht von einem echten Trend sprechen. Allerdings steigt die Zahl der Stiftungen, die bereit sind, in diesem Bereich eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Das angespannte Kapitalmarktumfeld könnte für mehr Stiftungen den Anstoß geben, ihren Stiftungszweck schon in der Kapitalanlage stärker zu berücksichtigen und dies auch in eine formulierte Anlagerichtlinie zu überführen.

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