IWF: Volkswirtschaften der Industrieländer stabilisieren sich
Der Internationale Währungsfonds hat im Global Financial Stability Report die aktuellen makroökonomischen Entwicklungen sowie deren potentielle Auswirkungen auf die Entwicklungsländer analysiert. Vor allem in den USA hat sich die Situation durch die anziehende Nachfrage deutlich entspannt, ebenso in Europa, hier allerdings angesichts nach wie vor hoher Verschuldung und geringer Inflation mit Rückschlagsgefahren.
Eine Kehrseite der aktuellen Stabilisierung der Industrieländer ist die Abkehr der USA von der bisherigen sehr lockeren Geldpolitik, wodurch die Liquiditätsversorgung knapper wird und Anfälligkeiten insbesondere der Emerging Markets aufgedeckt werden.
Quelle: IWF
Die große Herausforderung einer Straffung der Geldpolitik liegt darin, das geldmengengetriebene Wachstum durch steigende Investitionen, höhere Beschäftigung und nachhaltiges, selbsttragendes Wachstum zu ersetzen. Die Anzeichen seien gut, denn vor dem Hintergrund bereinigter Bankbilanzen sei die Kreditversorgung gesichert, schreiben die Autoren. Dennoch ist die Verschuldung vieler Unternehmen hoch, was vor allem den niedrigen Zinsen geschuldet ist. Die Mittel wurden zudem meist nicht für Investitionen genutzt, sondern um Aktienrückkäufe zu finanzieren.
Starke Marktausschläge bei der Ankündigung des Zurückfahrens der Anleihenkäufe durch die Federal Reserve im Mai 2013 haben gezeigt, dass neben der Wahl des richtigen Zeitpunktes auch der Kommunikation eine wichtige Rolle zukommt. Als wahrscheinlichstes Szenario rechnet der IWF mit einer ersten Leitzinserhöhung im zweiten Quartal 2015 und dann laufenden Erhöhungen für die nächsten dreieinhalb Jahre, wobei dies stark von den makroökonomischen Entwicklungen abhängt. Mögliche Schocks in diesem Zusammenhang können etwa plötzlich ansteigende Zinserwartungen oder eine Neubewertung von Kreditrisiken sein.
Quelle: IWF
Wegen der engen Verzahnung der Emerging Markets mit den Finanzmärkten, welche auch durch steigende Investitionen institutioneller Anleger getrieben ist, werden diese Volkswirtschaften anfälliger für Schocks, die nicht durch lokale Gegebenheiten beeinflusst sind. Helfen würde hier eine Ausweitung des Investorenkreises.