IOSCO publiziert Entwurf zur effektiven Regulierung von Leerverkäufen
Die IOSCO (International Organisation of Securities Commissions) hat Anfang Juni 2009 ein Grundlagenpapier zur Regulierung von Leerverkäufen veröffentlicht. Erstellt wurde die Arbeitsgrundlage von einer eigens eingesetzten Task Force zum Thema Short Selling. Während der Finanzkrise waren Marktmanipulationen durch ungedeckte Leerverkäufe vermutet worden, weshalb in mehreren Ländern ein vorübergehendes Verbot von Leerverkäufen auf bestimmte Titel erlassen wurde.
Das Grundlagenpapier enthält vier Prinzipien zur Regulierung von Leerverkäufen:
So sollen 1. Leerverkäufe in angemessener Weise kontrolliert werden, um potentielle Risiken für die Finanzmärkte zu reduzieren. Dies soll z. B. durch adäquate Settlement-Systeme und -Regeln erfolgen. Ferner sollte 2. über ein einfaches Reporting aller Leerverkäufe für Market Maker und Aufsichtsbehörden beraten werden.
Als 3. Prinzip wird ein effizientes "Compliance and enforcement system" angestrebt, auf Basis dessen die Exposures überwacht, nachträgliche Untersuchungen angestellt und Marktmanipulationen aufgedeckt und verhindert werden können.
Das 4. Prinzip soll mit der Erlaubnis von Ausnahmen für bestimmte Formen von Transaktionen für eine angemessene Ausgestaltung der Überwachung sorgen, die die Markteffizienz nicht beeinträchtigt.