Institutionelle Investoren vernachlässigen Diversifikation
Die Otto Beisheim School of Management und Union Investment haben im November eine Studie zur Diversifikation bei Anlegern veröffentlicht. Institutionelle Investoren haben demnach im Durchschnitt sehr defensive Portfolios und verzichten dadurch auf Vorteile der Diversifikation. Die Studie "Anlegerpräferenzen und Diversifikation nach der Finanzkrise" konzentriert sich auf die Veränderung der Anlagepräferenzen institutioneller Investoren während der Krise und die Vorteile der Diversifikation. Sicherheit ist demnach bei den Investoren weiterhin wichtigstes Anlagekriterium, allerdings hat sich der Wert von 81 % auf 70 % verringert. Deutlich an Wert gewonnen hat wiederum der Aspekt Liquidität. Dieser stieg von 6 % auf 20 %, liegt damit allerdings noch deutlich unter dem Höchststand von 43 % zu Krisenbeginn.
Quelle: Union Investment
Als größtes Risiko bei der Geldanlage wird mit 69 % weiterhin das rechtliche Risiko genannt. Die Wahrnehmung von Reputationsrisiken hat zugenommen, sie kommen auf 59 % Nennungen. Bei der Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Situation werden sinkendes Wirtschaftswachstum, steigende Staatsschulden und Inflation als größte Risiken genannt.
Der Befragung über den Umfang der Diversifikation in institutionellen Portfolios geht eine Analyse zum Thema Diversifikation auf Basis verschiedener Indizes voraus. Diese zeigt, dass die Ergebnisse der Diversifikation mehr von den Renditeerwartungen abhängen, als von Volatilität und Korrelationen. Trotzdem nutzen institutionelle Investoren deren Vorteile kaum. So gaben 62 % an, zwischen einer und drei Asset-Klassen zu verwenden, gleichzeitig waren aber 71 % der Ansicht, ein gut diversifiziertes Portfolio zu haben.
Statt zu erhöhter Risikostreuung geht der Trend bei den Investoren eher in Richtung Risikovermeidung. 76 % der Befragten stufen sich als sicherheitsorientiert ein. Bei der Performance-Messung verfolgen 77 % die Strategie einer Vermeidung von Verlusten und nur 23 % einen Benchmark-Ansatz.
Quelle: Union Investment
Die Studie wurde auch auf der kürzlich mit großem Zuspruch stattgefundenen Risiko-Management-Konferenz von Union Investment in Frankfurt vorgestellt. Die Beiträge der Vortragenden sind auf der Homepage abrufbar.