24.07.2014 | Märkte

Institutionelle Anlagen in Infrastruktur steigen

Weltweit wurden im vergangenen Jahr zwar 432 Mrd. US-Dollar in Infrastruktur investiert, wozu Energie-, Straßen-, Schienen-, Telekommunikations- und Wasserprojekte zählen. Eine Untersuchung von TheCityUK zeigt jedoch, dass dies nicht ausreicht. Zwischen angestrebten und bis 2030 notwendigen Investments klaffe eine jährliche Finanzierungslücke von rund einer Billion US-Dollar, berichtet TheCityUK unter Berufung auf das World Economic Forum. Insgesamt seien bis zu 70 Billionen US-Dollar an Infrastrukturinvestments bis zum Jahr 2030 erforderlich, um mit dem Bevölkerungs- und ökonomischen Wachstum Schritt zu halten. Das Land mit den höchsten Investments relativ zum BIP weltweit sei China, doch gäbe es bereits Anzeichen, dass sich der Fokus in Zukunft eher auf die anderen BRIC-Staaten und Indonesien verlagern wird.


Quelle. TheCityUK

Hauptfinanzierungsquelle für Infrastrukturinvestments sind unverändert Bankdarlehen mit 71 %, weit vor Equity und Bonds mit 16 bzw. 13 %. Waren in der Vergangenheit vor allem Staaten die Hauptinvestoren, nehmen institutionelle Investoren, vor allem Versicherungen, Pensions- und Staatsfonds, eine zunehmend wichtige Rolle ein. In der Asset-Allokation institutioneller Investoren beträgt der Infrastruktur-Anteil typischerweise 0,8 - 3 %, was unter dem Strich bedeutet, dass private Anleger mit rund 87 Billionen US-Dollar in dem Segment investiert sind. Zu beobachten ist auch eine deutliche Zunahme öffentlich-privater Partnerschaften, deren Volumen sich in den vergangenen vier Jahren auf knapp 100 Mrd. US-Dollar verdoppelt hat.


Quelle. TheCityUK

Besonderer Fokus der Studie liegt auf Großbritannien, welches schon sehr früh private Investoren in die Finanzierung von Infrastrukturprojekten eingebunden hat. Während in den frühen 1980er Jahren noch nahezu sämtliche Investments von staatlicher Seite durchgeführt wurden, liegt heute der private Anteil bei nahezu zwei Dritteln. Diese Entwicklung wird von der britischen Regierung weiterhin gefördert, so dass in der Studie von einem weiteren Anstieg der privaten Investitionen ausgegangen wird.

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