Innovative Ansätze zur Berechnung der Kerninflation
Martin Almuzara und Argia Sbordone von der Federal Reserve Bank of New York untersuchen mit einem US-Fokus das Konzept der Kerninflation, ihre Bedeutung für die Geldpolitik und verschiedene Ansätze zur Messung.
Unter der Kerninflation wird die Preisveränderung aller Waren außer Lebensmittel und Energie verstanden. Ziel ist es, sehr volatile Komponenten auszuschließen, um vorrübergehende von längerfristigen Inflationsbewegungen zu unterscheiden.
Zur Berechnung der Kerninflation können Querschnitts- von Zeitreihenansätzen unterschieden werden. Erstere umfassen bspw. den generellen Ausschluss bestimmter Komponenten, den Ausschluss der Komponenten mit den größten positiven oder negativen Preisveränderungen (Trimmed Mean) oder den gewichteten Median. Bei Zeitreihenmethoden werden historische Daten genutzt, um persistente von transitorischen Preisveränderungen zu trennen. Zuletzt gibt es Ansätze, die Querschnitts- und Zeitreiheninformationen kombinieren.
Kerninflationsmaße

Quelle: Almuzara, Sbordone, 2024
Anhand eines US-Samples für den Zeitraum 1978 bis 2023 vergleichen die Autoren die Performance der Berechnungsmethoden. Generell zeigt sich, dass die Vorhersagekraft der Modelle je nach Inflationsregime variiert. Beste Vorhersagegenauigkeit über alle Perioden hinweg, insbesondere in volatilen Zeiten liefert der MCT-Ansatz erzielt durch seine Kombination aus Querschnitts- und Zeitreiheninformationen.
Generell variiert die optimale Methode aber je nach Inflationsumfeld und Prognosehorizont, so dass ein flexibler Ansatz, der die spezifischen Eigenschaften des aktuellen Inflationsregimes und Prognosehorizont berücksichtigt, entscheidend ist. Zum Abschuss stellen die Autoren noch kurz Kerninflationsansätze anderer Zentralbanken vor, etwa der EZB, die ähnliche, aber teils angepasste Methoden verwenden.
Das komplette Spektrum der aktuell zu erzielenden nominalen und realen Zinserträge zeigt die wöchentlich aktuelle Publikation Absolut|monitor Global Fixed Income.