21.08.2013 | Research

Infrastrukturinvestments in Australien und Kanada

Investitionen in Infrastruktur rücken zunehmend ins Blickfeld vieler institutioneller Investoren. Zu den Pionieren für Investments in diese Asset-Klasse zählen Pensionsfonds in Australien und Kanada, die seit den frühen 1990er Jahren gezielt in Infrastrukturprojekte investieren. Vor diesem Hintergrund vergleichen Goerg Inderst und Raffaele Della Croce von der OECD die Anlagestrategien in beiden Ländern. Seit der australische Staat Anfang der 1990er Jahre begann, Teile der Infrastruktur zu privatisieren, investieren vor allem große Pensionskassen gezielt in dieses Segment. Etwa jede dritte Kasse ist mit fünf bis sechs Prozent ihres Vermögens in Infrastruktur investiert. Insbesondere kleinere Kassen legen dagegen kaum in Infrastruktur an. Traditionell haben viele Pensionskassen versucht ein Exposure über externe Fondsmanager aufzubauen. Nach eher durchwachsenen Ergebnissen überwiegen mittlerweile ungelistete, offene Fondslösungen. Nur sehr wenige Kassen investieren direkt in Infrastruktur. Im Durchschnitt lieferte das Infrastrukturportfolio demnach eine Rendite von 5 %.


Quelle: OECD

Kanadische Pensionsfonds investieren dagegen hauptsächlich direkt in Infrastrukturprojekte. Insbesondere die großen Pensionskassen sind dabei führend und mit vier bis 15 Prozent ihres Vermögens engagiert. Dazu haben die größten Kassen seit Anfang der 2000er Jahre internes Know-How aufgebaut. Investiert wird allerdings überwiegend international und nicht auf den Heimatmarkt bezogen, da der Großteil der kanadischen Infrastruktur in staatlicher Hand liegt. Kleine und mittelgroße Kassen investieren, wenn überhaupt, indirekt über ungelistete Infrastrukturfonds. Im Mittel liefern die Investitionen Renditen von 5 %, in einigen Fällen bis zu 10 %.


Quelle: OECD

Traditionell investieren beide Modelle eher in Eigenkapital. Der Markt für Fremdkapital-basierte Lösungen gewinnt jedoch an Bedeutung. Insbesondere spezialisierte Fonds, die auf Infrastrukturanleihen, Loans oder Mezzanine Debt zurückgreifen, treffen auf steigende Nachfrage. Auch Kreditportfolios von Banken werden zunehmend von Pensionskassen aufgekauft. Grundlage für die Marktentwicklung in beiden Staaten ist der Studie zufolge das stabile regulatorische Umfeld gewesen. Die langfristige Natur von Infrastrukturinvestments setzen einen verlässlichen und planbaren rechtlichen Rahmen voraus.

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