Inflationsabsichernde Anlagen für Institutionelle auf lange Sicht sinnvoll
Die Absicherung von Inflationsrisiken nimmt insbesondere bei Investoren, deren Verpflichtungen von der Entwicklung der Inflationsrate abhängig sind, eine wichtige Rolle ein. Lionel Martellini und Vincent Milhaus vom Edhec-Risk Institute untersuchen in einem aktuellen Forschungspapier, welche Auswirkungen verschiedene Asset-Klassen auf das Liability-Risiko haben. Hierzu wird einem üblichen Ansatz folgend, das Portfolio in zwei Teile aufgespalten: Einer, der die Erzielung einer möglichst hohen Rendite verfolgt (PSP) und einer, der die Korrelation von Verbindlichkeiten und Erträgen maximiert (LHP). Grundsätzlich lässt sich das Liability Risk unterteilen in Zinsänderungsrisiko und Inflationsrisiko. Ersteres lässt sich durch festverzinsliche Anleihen hedgen, Letzteres dagegen weder vollständig durch Anleihen, Aktien oder sonstige Sachwerte, etwa Rohstoffe oder Immobilien, sondern nur durch inflationsindexierte Anleihen.
Quelle: Edhec-Risk Institute
Auf kurze Sicht stellen sich Anleihen als ideales Investment zur Absicherung der Liability-Risiken heraus, da durch sie das in diesem Zeitraum dominierende Zinsänderungsrisiko abgesichert werden kann. Auf lange Sicht sind sie dagegen nicht geeignet, da mit nominalen Anleihen Inflationsrisiken nicht abgesichert werden können. Genau umgekehrt verhält es sich bei Sachwerten. Die Dominanz des Zinsrisikos ist auf kurze Sicht sogar so stark, dass der Verzicht auf inflationsindexierte Anleihen oder Sachwerte kaum Auswirkungen auf das Ergebnis hat. Je stärker das Inflationsrisiko jedoch gewichtet wird, desto größer werden auch die Auswirkungen. Größere Vorteile lassen sich durch die Implementierung inflationsindexierter Anleihen und Sachwerte erzielen, wenn sie nicht nur im LHP, sondern auch PSP verwendet werden. Hier kommen zusätzliche Diversifikationsaspekte zum Tragen.