Indikatoren zur Bestimmung internationaler Anleihenrisikoprämien
Der Global Leading Economic Indicator der OECD, der einen Überblick über die Lage der Weltwirtschaft ermöglicht, ist gut geeignet, um Anleihenrisikoprämien zu prognostizieren, zeigt ein Forschungspapiers von Guofu Zhou, Washington University und Xiaoneng Zhu, Central University of Finance and Economics Beijing. Als Maßgrößen dienen der LEI4-Indikator, der die wirtschaftliche Entwicklung in den USA, Großbritannien, Japan und Deutschland misst, sowie die Überschussrenditen der dortigen Anleihemärkte. Ja nach Land stehen die Daten ab unterschiedlichen Startzeitpunkten zur Verfügung, doch auch das Land mit dem geringsten Stichprobenumfang, Japan, kommt auf 31 Jahre Beobachtungszeitraum.
Quelle: Zhou, Zhu (2014)
Während lokale Wirtschaftsindikatoren nicht durchgängig für alle Länder zur Prognose der Risikoprämien geeignet sind, ist der LEI4-Indikator in der Lage, für alle untersuchten Märkte die Risikoaufschläge vorherzusagen. Die Bestimmtheitsmaße variieren je nach Land bis zu einer Höhe von 25,9 %, sind jedoch allesamt signifikant auf dem 1-%-Niveau. Hervorzuheben ist, dass der Indikator in der Finanzkrise 2007/08 besonders präzise war. Diese Ergebnisse sind weitgehend konsistent mit bisherigen Forschungen, die einerseits gezeigt haben, dass die Risikoprämien im Zeitverlauf schwanken und verschiedene Faktoren zu deren Prognose herangezogen werden können, und andererseits, dass internationale Indikatoren häufig besser performen als lokale.
Quelle: Zhou, Zhu (2014)
Um die Konsistenz ihrer Ergebnisse zu prüfen, führen die Autoren verschiedene Robustheitstests durch, etwa für unterschiedliche Subsamples und Prognosezeiträume sowie einen Vergleich mit einem Modell, das verschiedene Makrofaktoren heranzieht. In Summe bestätigen die Tests die Güte des LEI4-Indikators zur Prognose von Anleihenrisikoprämien.