07.03.2018 | Studie

Impact und Wirkung von Stiftungsvermögen in der Schweiz

Vier von fünf Stiftungen aus der Schweiz und Liechtenstein haben nachhaltige und zweckbezogene Kapitalanlagen bereits intern diskutiert, zeigt eine Studie des Consultants Responsible Impact Investing, die Anfang Dezember erschienen ist.

Tatsächlich haben in der Schweiz und Liechtenstein die expliziten Empfehlungen des Swiss Foundation Code zur Wirkung des Vermögens einen Paradigmenwechsel eingeleitet. Demnach legt der Stiftungsrat fest, ob und gegebenenfalls wie das Vermögen den Stiftungszweck unterstützen soll (zweckbezogene Investitionen) und stellt mindestens sicher, dass keine Investitionen getätigt werden, die dem Stiftungszweck zuwiderlaufen. Mittel zum Zweck sind dabei nachhaltige Investitionen, die der Stiftungsrat vornimmt.

Die 50 befragten Stiftungen nannten insbesondere die Vermeidung von Konflikten zwischen Anlagen und Stiftungszweck, ethische Grundwerte und die Werte der Stifter als Hauptgrund, sich mit dem Thema zu befassen. Bei drei Viertel der Stiftungen gibt es bereits entsprechende Formulierungen und Vorgaben im Anlagereglement.


Quelle: Responsible Impact Investing

Am häufigsten werden Aspekte der Nachhaltigkeit der Studie zufolge über Ausschlusskriterien umgesetzt. Es folgen Ansätze, die auf Positivkriterien und ESG-Faktoren basieren. Einige Stiftungen legen gezielt in Nachhaltigkeitsfonds an, andere berücksichtigen ESG-Kriterien für alle externen Mandate. Überraschend hoch ist der Anteil der Stiftungen, die Erfahrungen mit Impact Investments aufweisen. 16 Stiftungen haben zumindest kleine Anteile ihres Vermögens investiert, häufig in Microfinance. In einigen Fällen werden auch Synergien zur Projektseite genutzt bzw. für zweckfördernde Investitionen geplant. In vielen Fällen ist zudem eine Dynamik erkennbar, bestehende Mandate zu vergrößern bzw. weitere Schritte zu unternehmen.


Quelle: Responsible Impact Investing

Knapp drei Viertel der Stiftungen greifen in der Kapitalanlage auf externe Manager zurück. 9 % der Stiftungen investieren ausschließlich passiv, 56 % verwalten ihr Vermögen weitgehend aktiv. Rund die Hälfte der Stiftungen verfügt über einen Aktienanteil von unter 40 %. Jede Fünfte hat mehr als 50 % des Portfolios in Aktien angelegt.

Die Studie schließt mit zehn Handlungsempfehlungen zur Förderung zweckbezogener Anlagen von Stiftungen und gibt einen Überblick zum Angebot nachhaltiger Mandate und Fonds in der Schweiz und in Liechtenstein.


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