14.09.2015 | Research

Immobilienpreise entwickeln sich prozyklischer als angenommen

Langfristig stellt das makroökonomische Wachstum das größte Risiko für nicht gelistete Immobilien-Investments dar, zeigt eine im Juni erschienene Analyse von MSCI. Kurzfristig kann unlisted Real Estate zwar den Eindruck eines ähnlichen Anleiheprofils wie Anleihen erwecken, da die Cashflows stetig sind und Bewertungsänderungen ohne größere Sprünge stattfinden. Bei einem simulierten Anstieg des BIP-Wachstums um einen Prozentpunkt steigen jedoch sowohl Aktien als auch Immobilien im Wert, während Anleihen tendenziell durch Inflations- und Zinserwartungen sinken. Die positiven Einflüsse des Wachstumsschubs auf die Erträge der Real-Estate-Investments sind groß genug, um den Discounting-Effekt zu kompensieren. Insgesamt stellen Immobilien damit eine zyklische und wachstumssensitive Asset-Klasse dar, die wie klassische Assets dem Makro- und Marktrisiko ausgesetzt sind. Damit ist Real Estate dem Risikoprofil von Aktien wesentlich näher als dem von Anleihen. Hinzu kommt, dass die Korrelation mit Zinsänderungen nicht negativ ist wie bei Anleihen, sondern positiv wie bei Aktien.


Quelle: MSCI

Real Estate bietet damit den Investoren nicht das Free Lunch einer höheren Rendite bei einem anleihegleichen Risikoprofil. Dennoch zeigen die Autoren, dass das höhere Risiko nicht die gesamte Outperformance gegenüber Anleihen erklärt, so dass risikoadjustiert durchaus eine Liquiditätsprämie bei Immobilien bestehen kann. Im Heimatmarkt sind die Diversifikationsgewinne durch die Integration von Immobilien in das Portfolio eher gering, anders kann dies allerdings bei einer globalen Ausrichtung des Real-Estate-Portfolios sein. Grund hierfür sind Ineffizienzen in den Märkten für ungelistete Assets, die nach wie vor bestehen.

Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Immobilien jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Real Estate. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 10.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 25 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 100 Universen.

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