Hybridanleihen auf dem Wachstumspfad
Seit dem Jahr 2010 haben Unternehmen ihre Emissionstätigkeit im Bereich der Hybridanleihen massiv ausgebaut, zeigt der Marktbericht "The Corporate Hybrid Market" von Neuberger Berman. Insbesondere seit dem Jahr 2013 ist ein starker Anstieg zu verzeichnen. Derzeit sind weltweit rund 106 Mrd. Euro von 51 Emittenten ausstehend, mehr als zwei Drittel davon mit Investment Grade Rating. Vor allem europäische Unternehmen dominieren den Markt mit einem Anteil von 94 % des Gesamtuniversums. Insbesondere auf Versorger (48 %) und Telekommunikationsunternehmen (18 %) entfallen viele der Emissionen. Für die Unternehmen stehen bei der Emission von Hybridanleihen im Wesentlichen eine Verringerung der Kosten im Vergleich zur Eigenkapitalfinanzierung, höhere Flexibilität gegenüber erstrangigem Fremdkapital sowie die Diversifikation ihrer Finanzierungsquellen im Vordergrund. Gerade in der jüngeren Vergangenheit kommen M&A-Aktivitäten als Treiber der Emissionen hinzu.
Quelle: Neuberger Berman
Im Gegensatz zu normalen Schuldverschreibungen müssen Investoren bei Hybridanleihen jedoch zusätzliche Risiken im Anlageprozess berücksichtigen. Hierzu zählen die Möglichkeit, Coupons ausfallen zu lassen bzw. zu verschieben, wenn bestimmte Trigger ausgelöst werden, sowie das Risiko, dass die Rückzahlung nicht zum ersten Call-Termin erfolgt, sondern verschoben wird. Auch das Gegenteil ist denkbar, so bestehen üblicherweise Sonderkündigungsrechte für die Emittenten. Ganz generell sollten Anleger auch das Risiko der Nachrangigkeit einkalkulieren. Außerdem sollten Investoren berücksichtigen, dass die Struktur von Hybridanleihen oftmals komplex und nicht leicht zu analysieren ist.
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