02.06.2010 | Research

IMF zur Entwicklung von Bond und Credit Default Swap Yields in Europa

Der International Monetary Fund (IMF) hat Mitte Mai eine Research-Arbeit veröffentlicht, die die Credit und Bond Spreads von Staaten während der Finanzkrise untersucht. Wie untenstehende Grafik zeigt, waren die Spreads der Credit Default Swaps (CDS) europäischer Staaten in den verschiedenen Phasen der Finanzkrise sehr volatil. So betrug im März 2009 die Spread-Differenz einer griechischen und einer deutschen 10-Jahres-Anleihe 280 Basispunkte, im September 2009 120 Basispunkte und im Januar 2010 380 Basispunkte. Gleichzeitig bewegte sich der CDS-Spread zwischen 50 und 350 Basispunkten.
Die Arbeit untersucht Ursachen dieser Schwankungen anhand eines Modells zur Messung von Risikoaversion sowie anhand der Ansteckung von Staaten untereinander und länderspezifischen Fundamentaldaten.


Quelle: IMF (2010)

Die Autoren ermitteln, dass in der ersten Phase der Finanzkrise zwischen Juli 2007 und September 2008 Staatsanleihen der Euro-Kernländer von der Qualitätsflucht profitierten. Während der Phase zwischen Oktober 2008 und März 2009 stiegen die Bond Yields im Vergleich zu den Swap Yields an. Die umfassenden Unterstützungsmaßnahmen von Staaten für ihre Bankensysteme führten zu Zweifeln an der Qualität von Staatsschulden. Während der Phase von April 2009 bis September 2009 sanken die Bond Yields hingegen wieder auf Swap-Yield-Niveau zurück. Bis zu dieser Phase wurden die Spreads überwiegend von einer allgemeinen Bonitätseinschätzung sowie positiver und negativer Ansteckung unter den Euro-Staaten getrieben.


Quelle: IMF (2010)

Seit Oktober 2009 hingegen wurden die Spreads überwiegend von länderspezifischen Fundamentaldaten bestimmt, dies galt insbesondere für Griechenland und Portugal. Lagen anfangs die Befürchtungen auf den Auswirkungen der Finanzkrise, bereiteten nun kurzfristige Finanzierungsengpässe und die langfristige Haushaltspolitik Sorgen. Daher empfehlen die Autoren einen regulatorischen Ansatz in der Haushaltspolitik der betroffenen Staaten, um negative Ansteckungseffekte, die wieder in globale Risikoaversion münden, zu verhindern.



Quelle: IMF (2010)

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