IMF analysiert Schuldenkrise und Verlust von "Safe Assets"
Der International Monetary Fund widmet die aktuelle Ausgabe des "Global Financial Stability Report" zu großen Teilen der Schuldenkrise in Europa und Auswirkungen der Neubewertung sogenannter "Safe Assets". Europa stehe trotz der mildernden Aktivitäten von Regierungen und der EZB noch ganz im Zeichen der Schuldenkrise, maßgeblich verursacht durch die schwache Haushaltssituation in der Peripherie und dem notwendigen Entschuldungsprozess der Banken. Durch letzteren könnte Druck auf die Finanzierungssituation von Unternehmen ebenso wie auf die Asset-Preise an den Kapitalmärkten ausgehen. Relativ sicher gegenüber Spillover-Effekten seien die Emerging Markets, mit Ausnahme von Europas Schwellenländern.
Quelle: IMF
Besonders sorgt sich der IMF um den Markt für Safe Assets, auf dem Staatsanleihen von OECD-Ländern etwa 45 % Marktanteil mit 33 Billionen US-Dollar Volumen stellen. Rating Downgrades und die notwendige Entschuldung der Staaten könne in dne nächsten Jahren zu einer Marktreduktion von 16 % führen. Dies sei insofern problematisch, da Safe Assets für viele institutionelle Investoren zentraler Bestandteil ihrer Asset Allocation sind, auch aufgrund regulatorischer Vorgaben. Außerdem haben sie die wichtige Funktion als Collateral im Derivatemarkt, nehmen eine große Position in den Bankenbilanzen ein und zeigen sich durch Aufkäufe auch vermehrt in den Bilanzen der Zentralbanken.
Eine erhebliche Reduzierung des vorhandenen Volumens an Safe Assets stellt das potentielle Risiko von Preisübertreibungen und Blasenbildung dar, so der IMF. Die Finanzpolitik müsse daher für einen weichen Übergang bei dieser Problemstellung sorgen.
Quelle: IMF
Ein weiterer Beitrag im Report beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Langlebigkeitsrisiken auf die Finanzmarktstabilität.