Illiquiditätsprämien bei Unternehmensanleihen
In einem Researchpaper haben Diogo Palhares und Scott Richardson von AQR Capital untersucht, ob es im Corporate-Bond-Markt eine Illiquiditätsprämie gibt. Für eine Reihe verschiedener Liquiditätsmaße, darunter Bid-Ask Spread, Handels- und Emissionsvolumina sowie Häufigkeit der umsatzlosen Tage, prüfen die Autoren zunächst, ob illiquide Unternehmensanleihen tatsächlich höhere Spreads aufweisen. Es zeigt sich, dass sowohl im Investment-Grade- als auch im High-Yield-Universum eine positive Korrelation zwischen Liquiditätsmaßen und Credit Spreads besteht. Besonders hoch ist dieser Zusammenhang bei den Maßen für Transaktionskosten wie Bid-Ask Spreads und Market Impact, schwächer hingegen bei den Handelsmöglichkeiten (u.a. Handelsvolumina). Insgesamt sind die Ergebnisse konsistent zu früheren Arbeiten, die einen positiven Zusammenhang von Illiquidität und Credit Spreads nachgewiesen haben. 
Quelle: AQR Capital
Für Investoren ist weniger der Credit Spread relevant als vielmehr, ob sich mit einer Fokussierung auf illiquide Bonds auch tatsächlich eine höhere Überrendite erzielen lässt. Für Long/Short-Portfolios illiquider/liquider Corporates ergeben sich zwar im Mittel positive Renditen, jedoch sorgt die hohe Volatilität dafür, dass die Sharpe Ratios insignifikant sind. Diese Resultate sind robust für verschiedene Liquiditätsmaße und Untersuchungsmethoden.
Quelle: AQR Capital
Es fällt auf, dass lediglich ältere Anleihen statistisch signifikant höhere Überschussrenditen aufweisen. Die Autoren weisen aber darauf hin, dass dies kein Nachweis für eine Illiquiditätsprämie ist, da sich für wesentlich direktere Maße für Liquidität keine Prämie nachweisen lässt. Der Grund für die Prämie älterer Bonds lässt sich somit nicht erklären. Insgesamt kommen die Autoren zu dem Schluss, dass eine Illiquiditätsprämie nicht nachweisbar ist.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Unternehmensanleihen jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Credit Corporate Bonds. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 12.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.