Identifikation überbewerteter Aktien
Plötzliche Preiseinbrüche bei einzelnen Aktien lassen ex-post-Rückschlüsse auf überbewertete Aktien zu, was dem Investor aber nicht weiterhilft. M. D. Beneish, Indiana University und D. Craig Nichols, Cornell University beschäftigen sich in ihrer aktuellen Research-Arbeit mit dem Titel "Identifying Overvalued Equity" nun mit der ex-ante-Identifikation von überbewerteten Aktien, wodurch Investoren ein rechtzeitiger Verkauf ermöglicht wird. Mittels eines Scoring-Modells werden Bilanzdaten mit operativen Kennzahlen verglichen. Das Modell prognostiziert abnormale Renditen von fast 27% bzw. Preisrückgänge von 15% innerhalb von 12 Monaten nach der Portfoliadjustierung.
Quelle: Beneish, Nichols (2009)
Gleichzeitig untersuchen die Autoren die Vorteile der Identifikation nach Transaktionskosten und unter Leerverkaufsrestriktionen. Anschließend wird untersucht, ob der Überbewertungseffekt wegen eingeschränkten Volumens und eingeschränkter Möglichkeit der Aktienleihe von Small Caps getrieben wird. Abschließend wird das Anlageverhalten institutioneller Investoren bei diesen Titeln untersucht, da diese als "qualifizierte" Anleger besser schlechte Titel identifizieren sollten, wofür die Arbeit jedoch konträre Ergebnisse liefert. Die Arbeit bietet institiutionellen Investoren somit interessante Denkanstöße für die Titelselektion und eine relativ einfache Methodik.
Quelle: Beneish, Nichols (2009)