Höhere Bond-Liquidität durch CDS-Handel
Investoren, die zugleich im CDS-Handel aktiv sind, weisen höhere Kauf-Volumina im Anleihenmarkt auf, zeigt ein Researchpaper von Robert Czech von der Bank of England. Darin wird untersucht, ob CDS-Handel zu positiven Liquiditäts-Spillovers führt oder ob es zu einem Crowding-Out-Effekt kommt. Basierend auf Single-Name-CDS-Positionen für den Zeitraum 2014 bis 2016 kann gezeigt werden, dass Anleger mit aktiven CDS-Kontrakten 60 % höhere Kaufvolumina bei Anleihen des entsprechenden Emittenten aufweisen. Dabei wurde bereits berücksichtigt, dass CDS-Investoren tendenziell größere Institutionen mit höheren Handelsvolumina sind und CDS häufig auf Unternehmen geschrieben werden, die hohe ausstehende Bond-Volumina aufweisen. Entsprechende Effekte auf der Verkäuferseite des Anleihenmarktes können nicht nachgewiesen werden.

Quelle: Czech, 2019
Im zweiten Teil des Papers werden Ansteckungskanäle aus dem CDS- in den Markt für Corporate Bonds untersucht. Hintergrund ist die Beobachtung, dass CDS-Investoren in hohem Maße Unternehmensanleihen halten. Mark-to-Market-Verluste und entsprechende Margin Calls bei den Derivaten könnten folglich zu Notverkäufen der Anleihen führen. Die Regressionsergebnisse zeigen einen signifikant positiven Zusammenhang von Mark-to-Market-Verlusten und Verkaufsvolumina bei Unternehmensanleihen. Da Investoren dazu neigen, vor allem die liquideren Titel abzustoßen, um Liquidität zu generieren, sinkt damit die Liquidität des restlichen Anleihenportfolios. Auch haben die Fire Sales negative Auswirkungen auf die Bond-Preise, die allerdings nur kurzfristiger Natur sind. Die Normalisierung bei den betroffenen Anleihen in den Folgemonaten zeigt, dass die Turbulenzen nicht fundamental begründet, sondern eine Folge der Notverkäufe durch CDS-Investoren sind.

Quelle: Czech, 2019
Fazit des Papers ist, dass ein bestehender CDS-Markt die Liquidität des Marktes für Anleihen steigern kann, aber steigende Margin-Anforderungen negative Auswirkungen nach sich ziehen können. Weiterhin wird betont, dass zentrales Clearing das Risiko von Mark-to-Market-Schocks und damit Fire Sales im Bond-Markt reduzieren kann.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Unternehmensanleihen jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Credit Corporate Bonds. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 16.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 34 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 160 Universen.