20.08.2012 | Research

Herdenverhalten von Hedgefonds und institutionellen Investoren

Eine in Medien oftmals vertretene These besagt, dass Hedgefonds zu Herdenverhalten neigen und sich durch ihre Handelsaktivitäten Preise von ihren Fundamentalwerten entfernen. Eine Arbeit der Universitäten Toledo, Arizona und Washington untersucht diese These anhand der SEC 13(f)-Filings, in denen professionelle Investoren in den USA zu Transparenzzwecken ihre Positionen offenlegen müssen.
Dabei finden die Autoren heraus, dass die Bedeutung von Hedgefonds am Handel über die letzten Jahre deutlich zugenommen hat. Lag ihr Anteil 1998 noch bei 7 %, sind es nun bereits 16 %. Gleichzeitig ist der Turnover deutlich höher, hier haben Hedgefonds einen durchschnittlichen Wert von 109 %, während institutionelle Investoren auf 41 % kommen. 


Quelle: Reca, Sias, Turtle (2012)

Die Autoren entwickeln ein Maß für das Herdenverhalten und kommen zu dem Ergebnis, dass institutionelle Investoren weitaus eher zu Herdenverhalten im Aktienmarkt neigen, durchschnittlich um das Achtfache im Vergleich zu Hedgefonds. Hedgefonds engagieren sich außerdem weniger in Momentum-Strategien.

Die Schnittmenge der Portfolios liegt bei institutionellen Investoren außerdem höher, als bei den Hedgefonds. Interessant auch die Analyse der Renditen, für Hedgefonds ist die steigende Nachfrage nach bestimmten Titel mit steigenden Kursen zu beobachten, bei den anderen Investoren ist dieser Zusammenhang invers. Die Autoren folgern aus ihren Ergebnissen, dass Hedgefonds keinem Herdenverhalten folgen sondern als unabhängige Marktteilnehmer eher zur Markteffizienz beitragen, als andere Investoren.

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