28.11.2016 | Research

Herdenverhalten steigert Volatilität bei Schocks

Union Investment untersucht in der Analyse „Blasenbildung und Krisen in komplexen Netzwerken heterogener Finanzmarktagenten“ die Auswirkungen des Handelns von Akteuren am Finanzmarkt, die sich durch die ihnen verfügbaren Informationen und Handelsstrategien unterscheiden. In dem verwendeten Modell werden drei Investorengruppen unterschieden. Gut informierte Händler agieren auf Basis von Informationsvorsprüngen, Trendfolger generieren ihre Informationen aus jüngsten Preisentwicklungen und Oscillation Trader gehen von zufällig um ihren Fundamentalwert schwankenden Preisen aus und versuchen, diese Mispricings auszunutzen. Erweist sich eine Handelsstrategie als besonders erfolgreich, führt dies dazu, dass die Investoren verstärkt diese Strategie verfolgen. Tritt ein unerwarteter Schock auf, kann dies im Worst-Case-Szenario zu Notverkäufen und einer Abwärtsspirale der Kursentwicklung kommen, was auch auf andere, eigentlich nicht betroffene Segmente des Kapitalmarktes übergreifen kann. Entsprechend steigt die Volatilität. Empirisch zeigt sich dieses Muster bei den untersuchten Indizes S&P 500, Euro Stoxx und Shanghai Composite, insbesondere bei Aufwärtstrends.


Quelle: Union Investment

Ergänzt wird die Analyse durch eine Umfrage unter 112 deutschen und 100 europäischen institutionellen Investoren. Sowohl für deutsche als auch europäische Anleger stellt die Vermeidung von Verlusten, gefolgt von der Vermeidung des Unterschreitens bestimmter Mindestrenditen das wichtigste Ziel dar, wobei die Verlustvermeidung in Deutschland als besonders wichtig angesehen wird. Sicherheit ist der dominierende Aspekt. Externe Anlagerestriktionen werden mehrheitlich als nachteilig für die Renditegenerierung angesehen, insbesondere im europäischen Ausland. Weiterhin wird das Risiko gleichgerichteten Verhaltens bzw. das Risiko der Blasenbildung höher eingeschätzt.

Abschließend werden die Ergebnisse zweier fremder Forschungsarbeiten zusammengefasst. Die erste untersucht Anomalien bei Aktienindex-Zeitreihen auf Tagesbasis, während die zweite Arbeit Zinskurven- und Momentum-Effekte bei monatlicher Betrachtungsweise analysiert.


Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Selektion von Asset Managern mit der monatlichen Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Herdenverhalten"
zurück