27.01.2015 | Research

Herdeneffekte können Risiko von Schwellenländer-Investments erhöhen

In einem Forschungspapier der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich untersuchen Ken Miyajima und Ilhyock Shim, ob gleichgerichtetes Verhalten von Asset Managern in den Emerging Markets eine Gefahr für die Stabilität dieser Märkte darstellt. Der Anteil, der in Emerging Markets Assets angelegt ist, beträgt 1,4 Billionen, also rund 8,5 Prozent der ausstehenden Anleihen und Aktien. Aufgeteilt nach Anlageklassen ist zwar der relative Anteil von Aktien zu Gunsten der Anleihen gesunken, doch liegt dies im Wesentlichen in der unterschiedlichen Wertentwicklung begründet. Sowohl die Größe als auch die Konzentration der Asset-Management-Industrie hat in den vergangenen Jahren zugenommen. So haben sich die verwalteten Assets der 500 größten Gesellschaften seit 2002 auf 70 Billionen US-Dollar verdoppelt. Gleichzeitig entfallen auf die größten 20 Unternehmen 40 Prozent, auf die Top Five 18 Prozent.


Quelle: Miyajima, Shim (2014)

Instabilität in den Finanzmärkten der Entwicklungsländer kann über zwei Wege entstehen. Zunächst besteht die Gefahr, dass sich Asset Manager stark an Benchmarks orientieren und dementsprechend gleichgerichtet handeln. Durch die hohe Konzentration der Vermögenswerte in der Hand weniger Verwalter können so leicht Herdeneffekte ausgelöst werden, die Preisschocks verstärken. Für die Jahre 2011 bis 2014 werden die Ländergewichtungen von 75 Anleihen-Fonds untersucht. In den Daten zeigt sich eine deutlich größere Benchmark-Orientierung der Fonds, als dies bei Produkten in den Industriestaaten der Fall ist. Gleichzeitig sind die verbreitetsten Benchmarks relativ eng korreliert, was die Effekte verstärken kann.


Quelle: Miyajima, Shim (2014)

Die zweite Quelle für Instabilität besteht in gleichgerichtetem Investorenverhalten. Zwar verhalten sich Retail-Investoren meist gleichgerichtet, doch zeigen die Daten, dass sich dieses Muster bei institutionellen Investoren nicht in dem Maße wiederfindet. Abschließend untersuchen die Autoren anhand eines VAR-Modells, ob sich das Investmentverhalten der Anleger prozyklisch zu den Gewinnen der Fonds verhält. Auf Basis wöchentlicher Daten lässt sich dies bestätigen. Unter Regulierungsaspekten wird daher empfohlen, diese Sachverhalte künftig stärker zu berücksichtigen.

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