27.01.2015 | Märkte

Anleiheinvestments im Umfeld steigender Zinsen

In einer aktuellen Marktanalyse untersucht Allianz Global Investors die Konsequenzen einer Normalisierung des Zinsniveaus für die Anleihemärkte mit besonderem Fokus auf Emerging Market Bonds. Drei Fragestellungen sind für Anleger interessant. Erstens, wie schnell und entschlossen Notenbanken bei einer steigenden Inflationsrate mit einer Straffung der Geldpolitik reagieren werden. Nach Ansicht der Allianz werden steigende Inflationsraten durchaus ernst genommen, aber die Notenbanken werden die Normalisierung der Zinsen kontrolliert und über einen längeren Zeitraum erfolgen lassen. Zweitens stellt sich die Frage, ob zu Gunsten einer höheren Rendite längere Durationen akzeptiert werden sollten. Die Fed fokussiert sich zwar auf die Stabilität am langen Ende der Zinskurve, was jedoch nicht heißt, dass bei einer Straffung der Geldpolitik hier Anstiege vollkommen auszuschließen sind. Die dritte Frage betrifft die Attraktivität riskanterer Anleihesegmente, darunter Emerging Markets Bonds.


Quelle: Allianz Global Investors

Wie sich in der Phase der Tapering-Ankündigung Anfang 2013 gezeigt hat, sind die Auswirkungen auf BBB-geratete Schwellenlandanleihen zu Beginn der Zinswende am höchsten. So kann die Spread-Volatilität stark ansteigen, jedoch ist sie nur selten doppelt so hoch wie die Volatilität der US-Treasuries, meist schwanken die Spreads der BBB-EM-Bonds sogar weniger. Wenn die Extremrisiken einzelner Länder gemieden werden, weisen EM-Bonds eine höhere Attraktivität als viele andere Anleihesegmente auf. Unter der Prämisse, dass die Notenbanken die Inflation im Rahmen ihrer Zielwerte halten, sollten sich Hochzinsanleihen in einem Szenario steigender Zinssätze ebenfalls solide entwickeln, was auf deren geringere Risiken im Vergleich zu den vor der Krise emittierten Papieren zurückzuführen ist.


Quelle: Allianz Global Investors

Bei einem Zinsanstieg ergeben sich aus den Marktverwerfungen für Investoren Möglichkeiten, Bewertungsverzerrungen im Zusammenhang mit steigender Spread-Volatilität auszunutzen. Ein Anstieg der Volatilität ist entgegen der Auffassung vieler Marktteilnehmer, im historischen Rückblick kein Zeichen einer sich verschlechternden Bonität, wie die Allianz zeigt. Das richtige Verständnis von Bonität eröffnet damit Chancen für Anleiheinvestoren, von solchen Missbewertungen zu profitieren.

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