Herausforderungen und Strategien europäischer Versicherer
AXA IM hat Anfang 2017 eine Studie veröffentlicht, in der Versicherer aus Frankreich, Deutschland und dem UK zu den derzeitigen ökonomischen und geopolitischen Herausforderungen und daraus resultierenden Veränderungen in der Asset Allokation befragt wurden.
Zu den größten Herausforderungen zählen das Niedrigzinsumfeld (75 %), Regulierung (47 %) und die politischen Unsicherheiten in Europa (43 %). Vor diesem Hintergrund gewinnen alternative Anlagestrategien zunehmend an Bedeutung und stellen für die deutschen Versicherer eine der Hauptstrategien dar. Illiquide Assets stehen dabei für 44 % der deutschen Versicherer im Fokus, gefolgt von einer besseren Diversifikation und einer taktischen Asset Allocation. Bei der Wahl zwischen aktiven oder passiven Investmentstrategien, favorisierten doppelt so viele deutsche Versicherer ein aktives Management.
Neben illiquiden strukturierten Produkten ist auch die Ausweitung der Infrastrukturinvestments zulasten von Staatsanleihen eine Option für europäische Versicherer. 
Quelle: AXA IM
Während 53 % der europäischen Versicherer u.a. wegen des Verwaltungsaufwandes bisher schlechte Erfahrungen mit den Anforderungen durch Solvency II gemacht haben, bewerteten 28 % die Auflagen als positiv. Für deutsche Versicherer gestaltet sich die Umsetzung als komplexer, da zusätzlich lokale Regulierungen berücksichtigt werden müssen. Dennoch konnten positive Effekte durch Solvency II festgestellt werden. Am häufigsten hat sich die Durationslücke des Portfolios verringert, gefolgt von einem optimierten Gesamtrisiko der Portfolios und einer besseren Diversifikation. Zu den größten Auswirkungen zählte darüber hinaus, dass knapp 40 % stärker auf ein externes Asset Management setzen und Eigenkapitalanforderung (SCR) im Vergleich zu traditionellen Rendite-Risiko-Aspekten an relevanter geworden sind. 
Quelle: AXA IM
Nachhaltigkeitsaspekte spielen bei den Versicherern noch eine untergeordnete Rolle, werden aber zunehmend berücksichtigt. 35 % der europäischen Versicherer sind in nachhaltigkeitsorientierte Fonds investiert und 30 % haben ihren Asset Manager beauftragt einen aktiven ESG-Ansatz umzusetzen. Nach Auffassung der deutschen Versicherer kann das Thema Nachhaltigkeit vor allem durch gesetzliche Richtlinien vorangebracht werden, gefolgt von besserer Performance und die Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie durch andere Versicherer.
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