Hedgefondsrenditen und Markt-Timing
Prof. Ilia D. Dichev von der Universität Michigan und seine Mitarbeiterin Gwen Yu haben vor kurzem eine Arbeit unter dem Titel "Higher risk, lower returns: What hedge fund investors really earn" veröffentlicht. Darin vergleichen sie die üblicherweise betrachteten Buy- & Hold-Renditen von Hedgefonds mit einem internen Zinsfuß, der die Mittelzu- und -abflüsse, also das Timing der Investoren, berücksichtigt. Sie kommen zu dem Schluss, dass die von Invesoren erzielten Renditen um 4% niedriger sind, als die Buy- & Hold-Renditen. Zudem seien die Investorenrenditen deutlich volatiler.
Auf Basis der CISDM-Datenbank untersuchen die Autoren die Renditen von 7.190 Hedgefonds zwischen 1980 und 2006. Während sie für die Buy- & Hold-Rendite bei ihrer Untersuchung 9,99% feststellen, erhalten sie für die Investorenrendite lediglich 6,42%. Die ermittelten Standardabweichungen betragen 15,52% und 19,86%. Die Ergebnisse der Autoren sind bei verschiedenen Spezifikationen der Methodik und der Stichprobe weitgehend konstant. Die größten Renditeeunterschiede existieren bei Fonds mit hohen Kapitalfluktuationen sowie bei den Fonds mit den höchsten Buy- & Hold-Renditen. Damit liefert die Arbeit einige interessante Denkanstöße. Kritisch anzumerken ist allerdings, dass keine Aufarbeitung der Ursachen der Renditeunterschiede stattfindet. So könnten bspw. sowohl ein schlechtes Market-Timing der Investoren, als auch Performanceunterschiede zwischen großen und kleinen, sowie zwischen alten und jungen Fonds Gründe für die Abweichungen sein.
Quelle: Dichev/YU (2009)