30.06.2014 | Research

Hedgefonds-Performance bei Investment-Beschränkungen

In der Realität sind Investoren nicht nur durch Mindestinvestments beschränkt, sondern zusätzlich auch durch Kündigungs- und Sperrfristen sowie Diversifikationsanforderungen. Juha Joenväärä und Pekka Tolonen, von der University of Oulu sowie Robert Kosowski von der Imperial College Business School untersuchen, welche Auswirkungen sich daraus auf die Performance für die Investoren ergeben. Hierzu verwenden die Autoren ein Sample von 9.861 Fonds über den Zeitraum von 1994 - 2012.


Quelle: Joenväärä, Kosowski, Tolonen (2013)

Es zeigt sich zunächst, dass große Hedgefonds zwar in der Vergangenheit besser performt haben als kleinere, aber in der Zukunft schlechter abschneiden. Dies wird dadurch begründet, dass Fonds mit guter ex-post-Rendite viel Kapital anziehen, aber außerstande sind, ihre Outperformance auch in Zukunft zu erbringen. Ein weiterer Grund für die Attraktivität bereits größerer Fonds für Investoren liegt darin, dass das Risiko eines Fehlinvestments verringert wird, da größere und etablierte Fonds in aller Regel geringere Risiken eingehen. Diese Tatsache zeigt sich auch darin, dass größere Fonds ihr Leverage so wählen, dass das Risiko größerer Drawdowns vermieden wird, um die Management-Fee nicht zu gefährden, welche bei großen Fonds den größten Teil der Gebührenerträge ausmacht. Kleinere Fonds dagegen setzen verstärkt auf Performance Fees.


Quelle: Joenväärä, Kosowski, Tolonen (2013)

Gleichgewichtete Portfolien erweisen sich in den Schätzungen der Autoren als persistenter in ihrer Performance als Value-gewichtete. Dennoch kann dies in der Praxis schwierig umzusetzen sein, da es leicht dazu kommen kann, dass bei kleineren Fonds die Investmentrichtlinien der Anleger verletzt würden (bspw. indem mehr als 10 % des Kapitals eines Fonds von nur einem Anleger stammen). Fonds mit einem Volumen von über 500 Mio. US-Dollar zeigen nach den Berechnungen keine Beständigkeit in ihrer Performance. Werden jedoch diverse Investment-Beschränkungen berücksichtigt, zeigt sich nicht einmal auf vierteljährlicher Basis Persistenz. Lediglich für die Top-Performer der Vergangenheit ergibt sich eine gewisse Kontinuität der Alphas.

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