Hedgefonds nicht Verursacher der Subprime Krise
Noël Amenc, Professor für Finance und Director des Edhec Risk and Asset Management Research Centers hat in einer Anfang September veröffentlichten Studie die Rolle der Hedgefonds in der Subprime Krise untersucht. Dabei stellt er in drei 'Lektionen' dar, dass nicht Hedgefonds sondern vielmehr die Banken eine sehr kritische Rolle gespielt haben, indem sie hohe Volumina in Asset-Backed- und strukturierte Produkte investierten, ohne deren Risiken ausreichend evaluiert zu haben. Kritisch sieht er die Forderung der Politiker nach mehr Regulierung, schließlich hätten hier ja die am schärfsten regulierten Institutionen weltweit versagt. Er plädiert für eine weniger an Klassifizierungen und Obergrenzen bei Assetklassen ausgerichteten Regulierung, die Investoren in der Auswahl ihrer Produkte einschränkt und damit zu risikoreicheren Strategien zur Erreichung ihrer Return-Ziel drängt. Vielmehr sollten die Information über die Risikofaktoren der Investments verbessert und damit eine bewusste Risikoanalyse ermöglicht werden.
Schließlich gibt Prof. Amenc zu bedenken, dass die neuen IFRS-Accounting Standards und die Solvency II-Regelungen dazu führen können, dass sich die Volatilität verringert und gleichzeitig die Übernahme von Risikopositionen seitens der Investoren bestraft wird, was volkswirtschaftlich bedenklich wäre und die Stabilität der Finanzmärkte verringern würde.