Hedgefonds generieren trotz Finanzkrise substantiellen Mehrwert für Anleger
In einem aktuellen Report analysiert Alexander Ineichen, Mitarbiter der UBS und einer der führenden Hedgefonds-Industriebeobachter weltweit, die aktuelle Lage der Hedgefondsindustrie und vergleicht deren Abschneiden innerhalb der Krise mit anderen Assetklassen.
Ineichen zeigt in seinem 52-seitigen Paper, dass Aktien zwischen 1990 und 2009 zweimal starke Drawdowns von ca. 50% hinnehmen mussten. Der Index für Dach-Hedgefonds, der HFRI Fund of Funds Index, mußte nur einmal in 2008 einen großen Verlust von 20% verkarften. Dies führt zu einer Renditedifferenz beider Investments von rund 4% p.a., da Aktien lediglich 4,2% Rendite pro Jahr generieren konnten, Dach-Hedgefonds hingegen 8,1% p.a. Die Entscheidung eines Anlegers Kapital in Hedgefonds zu investieren, lieferte für Anleger, trotz der Ergebnisse im Jahr 2008, einen entscheidenden Mehrwert für dessen Portfolio.
Laut Ineichen wird die Hedgefonds-Industrie, trotz der negativen aktuellen Entwicklungen, gestärkt aus der Krise hervorgehen. Wie die Branche in der Vergangenheit gezeigt hat, ist sie in der Lage flexibel, auf geänderte Umweltbedingungen zu reagieren und aus gemachten Fehlern zu lernen. So sei nach dem Zusammenbruch von LTCM und der Russlandkrise der durchschnittliche Leverage erheblich reduziert worden und war so zu Beginn der Krise deutlich geringer als 1998. Um wieder zurück auf den Wachstumspfad zu finden, seien Hedgefonds dennoch auf eine anhaltende Normalisierung der Märkte angewiesen. Dies ist allerdings nicht mit steigenden Aktienmärkten zu verwechseln.
Die erhöhten Mittelabflüsse, die die Branche hinnehmen musste, schreibt Ineichen dem prozyklischen Anlageverhalten privater Hedgefondsanleger zu. Diese zögen verstärkt Mittel ab, wenn die Renditen sich negativ entwickelten und umgekehrt. Institutionelle Anleger hätten demgegenüber ihre Allokationen weitgehend konstant gehalten. Dies führe im Gegenzug zu einer Institutionalisierung der Industrie. Gleichzeitig werde es dadurch zu mehr Transparenz, Managed Accounts und einfacheren Strategien kommen. Ebenso steige die Verhandlungsmacht der Investoren bezüglich Gebührenstruktur, da die Fonds um neue Mittelzuflüsse konkurrieren müssten.
Der Studie zufolge bleiben Hedgefonds ein wichtiger Teil des Finanzsystems. Daher wird es eine Entkopplung von den Märkten, besonders in Extrem-Stress-Situationen, auch in Zukunft nicht geben. Für Anleger sei künftig ein aktives Risikomanagement von besonderer Bedeutung. Zur Umsetzung eines aktiven Ansatzes seien Hedgefonds daher weiterhin besonders geeignet.
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