Hedgefonds-Branchenentwicklung in 2008 und Ausblick
Das in London ansässige ISFL-Research hat Ende April einen Bericht zur Entwicklung der Hedgefonds-Industrie im Zuge der Finanzkrise veröffentlicht. Demnach fielen die Assets under Management (AuM) bis Dezember 2008 um rund 30% auf 1,5 Billionen US-Dollar. Dieser Rückgang ist gleichermaßen auf negative Renditen wie auf Anteilsrückgaben der Investoren zurückzuführen (siehe Grafik). Das Jahr 2009 könne einen weiteren Rückgang der AuM bringen, da viele Fonds die Anteilsrückgabe derzeit ausgesetzt haben.
Die Anzahl der Hedgefonds ging um 10% auf 10.000 zurück. Der durchschnittliche Verlust betrug 15,7%, wobei 85% der Fonds eine negative Rendite zu verzeichnen hatten. Die Ursachen der Verluste waren die Krise der Banken, die Drawdowns an den Aktienmärkten, Leerverkaufsverbote und Liquidierungszwang durch Investorenrückgaben. Im Mittel sahen sich Fonds mit überwiegend institutionellen Investoren geringerem Druck durch Märkte und Investoren ausgesetzt. So brachte es laut ISFL insgesamt Stabilität in die Branche, dass in den letzten Jahren vermehrt institutionelle Anleger in Hedgefonds investierten und für einen Großteil des Wachstums verantwortlich waren.
Rund die Hälfte der Hedgefonds waren bis Ende 2008 in Offshore-Domizilen angesiedelt. Beliebtester Offshore-Fondssitz waren die Kaimaninseln mit 67%. Beliebtestes Onshore-Domizil waren die USA mit ebenfalls rund zwei Dritteln der Fonds. Größter Standort für Fondsmanager ist New York, gefolgt von London.