29.10.2004 | 

Hedge-Fonds nehmen 20 - 30% des Kreditderivate-Marktes ein

Die Hedge-Fonds nehmen einen immer größeren Anteil auf dem Markt für

Kreditderivate ein. Nach einem Bericht der "Neuen Zürcher Zeitung"

schätzt die Rating-Agentur Fitch, dass die Beteiligung der Hedge-Fonds

inzwischen 20 bis 30 Prozent des Marktes ausmachen. Der

Kreditderivate-Markt hat dem Blatt zufolge ein Volumen in Höhe von bis

zu drei Billionen US-Dollar erreicht.

Als Grund für das große Interesse an strukturierten Produkten nennt die

Zeitung eine geringe Emission neuer Bonds seitens angestammter

Schuldner. "Da es für Anleger schwerer geworden ist, sich mit

herkömmlichen Bonds einzudecken, suchen sie oft den Umweg über

strukturierte Produkte."

Die Banken verkaufen mit ihren strukturierten Produkten Kreditrisiken

an die Anleger. Um ihre eigenen Risiken abzusichern, erwerben die

Investmentbanken ihrerseits unter anderem von Hedge-Fonds

Kreditrisiken. "Insofern findet ein Kreditrisiken-Transfer von

Hedge-Fonds zu herkömlichen Investoren statt", schreibt das Blatt.

Einer der Hauptgründe für das große Interesse der Hedge-Fonds an diesem

Markt sei die Arbitrage zwischen den strukturierten Produkten und dem

Bondmarkt.

Da die Hedge-Fonds ihre Leerverkäufe absichern müssten, kauften sie auf

den Sekundärmärkten Bonds und initiieren somit eine "sythetische

Nachfrage" nach bestehenden Anleihen, schreibt die Zeitung weiter. Dies

führe zu einer Kurssteigerung der Papiere und folglich zu fallenden

Renditen. Die damit fallenden Spannen zwischen Unternehmensanleihen und

Staatsanleihen seien nicht Ausdruck für einen "steigenden

Risiko-Appetit der Anleger, sondern bloß die Folge von technischen

Absicherungsaktionen rund um den Kreditderivate-Markt."

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