11.05.2007 | 

Handelsblatt Jahrestagung - BMF zu Private-Equity-Gesetz

Mehr als 250 Teilnehmer informierten sich am 8. und 9. Mai auf der 7. Handelsblatt Jahrestagung Private Equity in Frankfurt über die Zukunft der Branche. Unter der Moderation von Dr. Reinhard Pöllath, Partner bei P+P Pöllath + Partners sowie Benedikt Freiherr von Schröder, Partner bei Augusta & Co. diskutierten führende Branchenvertreter über die zukünftige Entwicklung der Branche, die Bedeutung von Private Equity für die Unternehmenslandschaft in Deutschland, zukünftige Volumina und Strukturen der Transaktionen sowie die geplanten gesetzlichen Änderungen.

Deutschland habe großen Nachholbedarf, was Private Equity angehe, stellte Jörg Asmussen vom Bundesministerium der Finanzen fest und betonte: "Wir wollen mehr Private Equity für Deutschland, nicht weniger." Allerdings wolle man nicht die Gesamtbranche fördern, sondern Wagniskapital. Umgekehrt wolle das Ministerium aber auch nicht so sehr regulieren, sondern nur Transparenz über Investoren und Investitionsziele erlangen.

Steven Koltes, Deutschlandchef bei CVC Capital Partners, stimmte Asmussen zu. Die Gesetzgebung müsse allerdings verlässlich sein und einem internationalen Vergleich standhalten, erklärte Koltes. Die Branche müsse transparenter werden und ihre Intentionen öffentlich kommunizieren. Ein Vorstoß, den ver.di Bundesvorstandsmitglied Uwe Foullong unterstützte. Foullong forderte auch, dass bei einem kreditfinanzierten Kauf durch Private Equity-Fonds die Schulden nicht auf das Unternehmen übertragen werden. So müsse zum Beispiel die Kreditaufnahme durch Private Equity-Häuser erschwert werden. Langfristige Gewinne müssten Beschäftigung sichern. Dazu sei allerdings eine fundamentale Änderung der Private Equity-Fonds notwendig, stellte Foullong fest. Der Blackstone-Geschäftsführer Dr. Hanns Ostmeier betonte den partnerschaftlichen Aspekt einer Investition und bezeichnete Private Equity-Häuser als Partner auf Zeit, die langfristig Wert schaffen, der bestimmend für den Investitionserfolg im Weiterverkauf sei. Koltes sprach in der Diskussion das grundlegende Missverstehen zwischen Private Equity-Häusern, Gewerkschaften und Politik an und betonte, wie wichtig hier konstruktive Kritik sei.

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