Haftungsrisiken bei Stiftungen nehmen zu
Obwohl der Druck auf Stiftungen durch das Niedrigzinsumfeld weiter steigt, werden Haftungsfragen größtenteils unterschätzt. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesverband Deutscher Stiftungen in einer Studie, die im Januar 2017 veröffentlich wurde. Fokus der Befragung war der Umgang von Stiftungen mit Haftungsfragen.
Eingetreten sind Haftungsfälle bisher nur bei einem geringen Anteil von 2,9 % der Stiftungen; 85,7 % befürchten allerdings, dass auch bei ihnen ein Haftungsfall eintreten könnte.
Ist ein Vorstandsmitglied ehrenamtlich tätig, ist es bei Haftungsfällen gesetzlich geschützt (§ 86 BGB) – außer es handelt grob fahrlässig und vorsätzlich. Diese Einschränkung gilt auch für Steuerangelegenheiten. Setzt sich der Vorstand aus mehreren Mitgliedern zusammen und hat schriftlich keine Ressortaufteilung unternommen, haften alle Mitglieder als Gesamtschuldner. Eine Ressortaufteilung haben lediglich rund 28 % der Stiftungen schriftlich und 22,5% mündlich festgelegt, während rund 48 % keine derartige Spezialisierung festgelegt haben. 
Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen
Um sich vor Haftungsfällen abzusichern, dokumentieren 65,2 % der Stiftungen ihre Entscheidungsgründe schriftlich, 51,4 % haben Anlagerichtlinien schriftlich festgelegt und 48,6 % binden externe Berater ein. 15,2 % haben keine konkreten Maßnahmen realisiert. 
Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen
Rund 75 % der Stiftungen haben sich bereits über Haftungsrisiken informiert. Diese Gruppe hat wesentlich häufiger Schutzmaßnahmen umgesetzt, sie kennt die Feinheiten von Haftungsfällen besser und dokumentiert ihre Entscheidungen bei der Vermögensanlage doppelt so häufig als die Gruppe, die sich noch nicht informiert hat.
Rund 47 % der Stiftungen mit festgelegten Anlagerichtlinien haben ihre Richtlinien bereits an die Stiftungsaufsicht zur Kenntnis gegeben. Bei 68,6 % hat sich die Behörde dazu weiter nicht weiter geäußert, 27,5 % haben eine positive und eine Stiftung hat dazu eine negative Stellungnahme erhalten.
Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Selektion von Asset Managern mit der monatlich erscheinenden Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.