Gute ESG-Ratings steigern risikoadjustierte Performance von Aktien-Portfolios
Indrani De und Michelle Clayman von New Amsterdam Partners untersuchen in einem aktuellen Forschungspapier die Auswirkungen des Ausschlusses von Unternehmen, die ein schlechtes ESG-Rating aufweisen, auf die Portfoliorendite. Hierzu verwenden die Autoren Daten von US-Unternehmen für den Zeitraum 2008 bis 2014. Zwar zeigt sich, dass die durchschnittliche Rendite der Unternehmen mit schlechtem ESG-Rating (B10/rot) die der am besten gerateten Unternehmen (T90/blau) zumeist übersteigt, jedoch ist die Volatilität in den meisten Fällen ebenfalls geringer. Hinzu kommt, dass die Top-Performer ausschließlich im Top-Segment zu finden sind, also genau die Aktien, die Asset Manager identifizieren wollen. Umgekehrt weisen die Aktien mit der besten Performance stets die besseren ESG-Ratings auf. Indem die unter ESG-Aspekten schwächsten Unternehmen aus dem Anlageuniversum entfernt werden, kann somit einerseits das Risiko reduziert und andererseits die Wahrscheinlichkeit der Identifizierung der Top-Performer erhöht werden.
Quelle: De, Clayman (2014)
Im Anschluss wird eine Korrelationsanalyse von Ratings und Performance durchgeführt. Auffällig ist, dass der einzige Zeitraum, in dem ein signifikant positiver Zusammenhang besteht, die Phase Mitte 2008 bis Mitte 2009 ist. Da alle anderen Zeiträume insignifikant sind, schließen die Autoren, dass die turbulenten Marktphasen die Nachfrage nach ESG-Aktien steigt. Bei der Volatilität zeigt sich ein stärkerer Effekt. Konsistent über alle Marktphasen sind die ESG-Aktien signifikant weniger volatil, in turbulenten Phasen ist der Effekt am stärksten. Auf Basis der risikoadjustierten Renditen ist die Korrelation seit 2010 durchgängig signifikant positiv.
Quelle: De, Clayman (2014)
Wird das Perzentil mit den schwächsten ESG-Ratings aus dem Investment-Universum entfernt, verbessert sich die Verteilungsfunktion der Renditen. Für zwei Drittel der untersuchten Jahre steigen Median und Maximum an. Wenn nur der Durchschnitt betrachtet wird, verbessert sich die Verteilung sogar in 83 % der Fälle.
Absolut Research analysiert die besten ESG-Equity-Manager für Themen- und regionale Investments jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking in der Kategorie Sustainability. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 10.000 institutionelle Publikumsfonds, aufgeteilt in 22 Sub-Kategorien mit 80 Asset-Klassen.