ESG-Strategien bei Energieinvestments
Die Einflüsse, die sich durch das Investitionsverhalten auf die Umwelt ergeben, werden im Asset Management zunehmend kritisch hinterfragt und Standards für ESG-Gesichtspunkte festgelegt. Neuberger Berman geht in einer kurzen Studie auf die ESG-Aspekte bei energiebezogenen Investments ein. Hierzu fokussiert sich die Studie auf vier Säulen. An erster Stelle steht die Analyse der Auswirkungen des Klimawandels auf Einzelinvestments bzw. das Portfolio - sowohl bezüglich Chancen als auch Risiken. Die zweite Säule stellt der Rohstoff Erdgas dar, der deutlich emissionsärmer ist als andere fossile Energieträger. Problematisch bei erneuerbaren Energiequellen ist heute noch, dass diese nicht gleichmäßig über die Zeit ein Energieerzeugnis in konstanter Höhe garantieren können - Solaranlagen etwa produzieren nachts keinen Strom. Erdgas kann diese Lücke in der Produktion deutlich sauberer als andere fossile Energien schließen und durch die Verfügbarkeit in Spitzenzeiten, wenn die Produktion erneuerbarer Quellen nicht ausreicht, zu einer nachhaltigeren Energieerzeugung beitragen.
Quelle: Neuberger Berman
Bei der Integrierung von ESG-Kriterien in die Due Diligence von Erdgas-Investments geht Neuberger Berman nach mehreren Stufen vor. Zunächst werden die Erzeuger unter den Aspekten Emissionsmanagement, wozu auch die Überwachung der Luftqualität sowie die CO2-Reduzierung im Transportwesen gehört, sowie Wassermanagement betrachtet. Darüber hinaus relevant sind auch der Track Record des Managements, Überwachung durch den Aufsichtsrat und Vergütungsmodelle, die sich an den Kriterien Umwelt, Gesundheit und Sicherheit orientieren. Der laufende Kontakt zu verschiedenen Umweltorganisationen garantiert, dass aktuelle Entwicklungen im Blick behalten werden.
Quelle: Neuberger Berman
Desinvestments im Bereich fossiler Energieträger, beispielsweise indem nicht in die 200 größten CO2-Emittenten investiert wird, können eine dritte Säule darstellen, was jedoch in der Studie unter Rendite-Gesichtspunkten als schwierig charakterisiert wird.
Die vierte Säule der Energieeffizienz kann dagegen einen direkteren Effekt haben, ohne dabei das ökonomische Wachstum zu gefährden. Angesichts des Sparpotentials stellen Unternehmen, die in diesem Technologiesektor forschen, einen Wachstumsmarkt dar.