Green Bonds signalisieren strategische CO2-Reduktion
Grüne Anleihen werden vor allem in Ländern mit strikterer Klimapolitik emittiert und stehen bei emissionsintensiven Unternehmen mit signifikanten CO2-Reduktionen in Verbindung, zeigt eine empirische Analyse der Bank for International Settlements (BIS).
Das ausstehende Volumen grüner Anleihen stieg von rund 500 Mrd. USD im Jahr 2018 auf 2,9 Bio. USD im Jahr 2024, die jährliche Emission erreichte zuletzt 700 Mrd. USD. Dieses Marktwachstum wurde insbesondere durch eine zunehmende Zahl an Emittenten – darunter Staaten, Städte, Finanzinstitute und Unternehmen – sowie durch verschärfte Umweltregulierungen begünstigt. Hinzu kommt das wachsende Interesse institutioneller Investoren an nachhaltigen Anlagen. In vielen Fällen konnte für grüne Anleihen ein sogenannter „Greenium“-Effekt beobachtet werden, also ein Renditeabschlag gegenüber vergleichbaren konventionellen Anleihen.
Grundlage der Analyse sind 11.874 Emissionen grüner Anleihen in 39 Ländern zwischen 2015 und 2024 sowie firmenspezifische Emissionsdaten von S&P Trucost.

Quelle: BIS (2025)
Im Anschluss zeigen die Autoren auf Basis von Panelregressionen mit Länder- und Jahres-Fixed-Effects empirisch, dass ein Anstieg der regulatorischen Stringenz um eine Standardabweichung mit einer um 2,4 % höheren jährlichen Emission grüner Anleihen korreliert. Der Effekt ist besonders ausgeprägt bei sektoralen Maßnahmen, etwa in der Energie- oder Transportbranche.

Quelle: BIS (2025)
Zudem analysieren sie mittels Paneldatenanalysen auf Firmenebene (mit Unternehmens-, Länder-, Jahr- und Branchen-Jahr-Fixed-Effects) den Zusammenhang zwischen Green-Bond-Emissionen und den CO2-Emissionen der Emittenten. Bereits ein Jahr nach der ersten Green-Bond-Emission sinkt die Emissionsintensität im Mittel um 21 %. Besonders stark ausgeprägt sind die Effekte bei Unternehmen mit zuvor hoher CO2-Belastung – hier betragen die Rückgänge bis zu 35 %. Die Effekte bleiben über mehrere Jahre stabil und betreffen insbesondere die Scope-1-Emissionen. Bei Unternehmen mit geringer Ausgangsemissionsintensität lassen sich hingegen keine signifikanten Veränderungen feststellen.
Die Autoren interpretieren Green Bonds somit als glaubwürdiges Signal für eine strategische Neuausrichtung in Richtung Dekarbonisierung, insbesondere bei emissionsstarken Unternehmen und unter strengen regulatorischen Rahmenbedingungen. Allerdings betonen sie zugleich das Risiko von Greenwashing, insbesondere bei fehlender externer Zertifizierung und uneinheitlichen Offenlegungsstandards.
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