05.10.2011 | Märkte

Globale Asset-Allocation-Trends institutioneller Investoren

Ende September hat der International Monetary Fund die Herbstausgabe des "Global Financial Stability Report" veröffentlicht. Darin werden u.a. die aktuellen Trends in der Asset Allocation institutioneller Investoren analysiert. Im Fokus steht die Ausrichtung der Asset Allocation in der letzten Dekade, die Auswirkungen der Finanzkrise sowie der Schuldenkrise in Europa.
Das von institutionellen Investoren verwaltete Vermögen betrug Ende 2009 demnach mehr als 60 Billionen US-Dollar, wovon 24 Billionen auf Investmentfonds entfallen, 20 Billionen auf Versicherungsunternehmen und 16 Billionen auf Pensionsfonds.


Quelle: IMF

In der Asset Allocation ließen sich in der jüngeren Vergangenheit drei große Trends beobachten. Zunächst werden Portfolios zunehmend diversifiziert, sowohl über Asset-Klassen, als auch über Regionen. Des Weiteren findet eine Verschiebung relativer Anteile der Assets von Versicherungsunternehmen hin zu Investmentfonds statt. So betrug das Verhältnis der Asset von Versicherern zu Fonds 1995 noch 1,3, Ende 2009 dagegen nur noch 0,8. Als dritter Trend wird das Auftreten von Staaten als Investoren, maßgeblich durch Sovereign Wealth Funds und Management von Währungsreserven, genannt.


Quelle: IMF

Zusätzlich führt der IMF vier kurzfristige Trends an, die in den letzten Jahren beobachtet werden konnten. So hat die Finanzkrise zu einer erhöhten Risikowahrnehmung und -aversion bei institutionellen und privaten Investoren geführt. Risiken betreffend die Liquidität und Solvabilität von Staaten sowie Extremrisiken in Form von "Fat Tails" seien erst in jüngerer Zeit ins Bewusstsein der breiten Masse von Investoren gerückt.
In Folge der breiteren Diversifikation und attraktiverer Risikoprämien haben zudem die Mittelzuflüsse in die Emerging Markets deutlich zugenommen. Dies berge das Risiko hoher Mittelabflüsse im Zuge von plötzlich steigender Risikoaversion oder sinkenden Wachstumserwartungen. Der Report enthält eine Simulation für einen solchen Fall, der die weltweiten Finanzmärkte sowie die Wirtschaft empfindlich treffen könnte.


Quelle: IMF

Der dritte kurzfristige Trend bezieht sich auf aktive, mehr auf Risikofaktoren basierende Investmentstrategien. Diese seien allerdings bei institutionellen Investoren noch relativ wenig verbreitet, die meisten Anleger vertrauen demnach weiterhin ihren traditionellen Investmentstrategien.
Als letzter der kurzfristigen Trends werden aktuelle Entwicklungen bei der Regulierung, wie beispielsweise Solvency II genannt. Diese sieht der IMF durchaus kritisch. Eine weitere Verschiebung der Asset Allocation in risikoärmere Assets könnte zu Dislokationen an den Märkten sowie zu mangelnder Finanzierung für Unternehmen und im Rahmen von Basel III besonders für Banken führen. Mark-to-Market-Bewertungen würden bei Versicherungsunternehmen zusätzlich zu kurzfristigem Denken führen und somit langfristige Investitionen aus dem Markt drängen, wodurch die Finanzmarktstabilität gefährdet werden könnte.


Quelle: IMF

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