01.08.2013 | Research

Gefahr von Preisblasen bei Schwellenländeranleihen

Zwei Autoren des Internationalen Währungsfonds haben die Rolle von länderspezifischen und globalen Faktoren für die Preisentwicklung von Schwellenländeranleihen untersucht. Für 18 Schwellenländer belegen Balazs Csonto und Iryna Ivaschenko, dass globale Faktoren vor allem kurzfristigen Einfluss auf die Spreadentwicklung haben. Langfristig nimmt der Erklärungsgehalt ab. Starke Fundamentaldaten beeinflussen neben dem Spread vor allem auch die Sensitivität der Spreadentwicklung für globale Schocks. In Zeiten globaler Risikoaversion stabilisieren starke ökonomische Daten die Preisentwicklung.


Quelle: Csonto, Ivaschenko (2013)

Hinsichtlich der starken Zuflüsse und Spreadeinengungen, die viele Schwellenländer in Folge der Zentralbankpolitik in Europa und den USA seit der zweiten Jahreshälfte 2012 erfahren haben, warnen die beiden Autoren, dass die Entwicklung nur zu einem kleinen Teil von Fundamentaldaten gedeckt ist. Das Spread-Niveau ist teilweise niedriger, als es historisch durch globale und länderspezifische Daten zu erwarten wäre, schreiben Csonto und Ivaschenko. Verhältnismäßig niedrig ist demnach das Spread-Niveau unter anderem in Brasilien, Bulgarien, Kolumbien, den Philippinen und Peru. Insbesondere Staaten mit schwachen Fundamentaldaten laufen Gefahr, bei adverser globaler Entwicklung mit stark steigenden Spreads konfrontiert zu sein.


Quelle: Csonto, Ivaschenko (2013)

Untersucht wurden in US-Dollar denominierte Staatsanleihen aus 18 Schwellenländern, darunter Brasilien, China, Mexiko, Polen, Russland und die Türkei.

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