Gebühren bestimmen Performanceunterschiede aktiver und passiver Fonds
Die Höhe der Kosten spielt bei der Fondsselektion eine wichtigere Rolle als die Frage, ob diese aktiv oder passiv verwaltet werden, zeigt ein Researchpaper von David Nanigian von der California State University. Basierend auf einem Carhart-4-Faktor-Modell beträgt die Underperformance von aktiven Fonds gegenüber den passiv verwalteten Produkten 0,59 % jährlich. Werden die Fonds nicht gleich-, sondern nach den von ihnen verwalteten Assets gewichtet, beträgt die Underperformance 0,9 % p.a. Untersucht wurden US Aktienfonds im Zeitraum 1991 bis 2018.

Quelle: Nanigian 2019
Im Schnitt sind passiv verwaltete Fonds günstiger als aktive: 82 % der Produkte zählen zum Quintil mit den geringsten Kosten. Da die Daten zeigen, dass die Investoren die Kosten bei ihren Investments durchaus berücksichtigen, vergleicht der Autor im zweiten Schritt ausschließlich aktive und passive Fonds im Quintil mit den geringsten Kosten. Hier sinkt die Outperformance der passiven Fonds auf 0,24 % p.a. (gleichgewichtet) bzw. 0,13 % (Asset-gewichtet). In beiden Fällen ist die Differenz statistisch insignifikant. Werden zusätzlich noch aktive Fonds ausgeschlossen, die sich sehr nahe am Index bewegen und nur die wirklich aktiven Strategien berücksichtigt, ergibt sich sogar eine Outperformance der aktiven Fonds von 0,4 % p.a. (Asset-gewichtet 0,05 %), wobei auch diese Ergebnisse nicht signifikant sind.

Quelle: Nanigian, 2019
Der Autor schlussfolgert, dass die zu beobachtende Outperformance passiver Produkte sich auf die Gebührenunterschiede zurückführen lässt. Es gibt auch bei den aktiven Fonds wettbewerbsfähig bepreiste Produkte, die im Mittel keinen Performance-Unterschied aufweisen.
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