GDV kommentiert Fortschritt der EU-Kapitalmarktunion
Die Umsetzung der Kapitalmarktunion in Europa verzeichnet Fortschritte in den Investitionsbedingungen für Infrastruktur und entsprechender Verbriefungen, während bei Privatplatzierungen und nachhaltigen Investments noch Verbesserungen notwendig sind, zeigt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Der kurze Marktbericht zur Kapitalmarktunion im Zeichen des Brexit untersucht die bisherigen Fortschritte des Projektes. Seit der Initiierung der Kapitalmarktunion 2015 konnten 20 der 33 ursprünglich geplanten Maßnahmen umgesetzt werden. Um Infrastrukturinvestitionen institutioneller Anleger zu fördern, wurden Eigenmittelanforderungen gesenkt. Bei den Versicherern ist in den vergangenen Jahren der Anteil von Infrastruktur in der Asset Allocation bereits deutlich angestiegen. Angesichts der hohen Hürden, die die Qualifizierungskriterien für Infrastrukturinvestments darstellen, wäre dennoch eine praxistauglichere Ausgestaltung der regulatorischen Vorgaben zielführend.
Quelle: GDV
Als positiv zu bewerten ist der gelegte Grundstein für einen einfachen, transparenten und standardisierten Verbriefungsmarkt in Europa, um Vertrauen der Investoren in das Segment wieder aufzubauen. Nachholbedarf besteht dagegen im Bereich der Privatplatzierungen, insbesondere Schuldverschreibungen. Hier fehlen nach wie vor tragfähige einheitliche europäische Regelungen und Standards. Dies gilt auch für die Förderung nachhaltiger Investments. Einheitliche Definitionen, bspw. für Green Bonds, können helfen, die Transparenz zu und das Angebot nachhaltiger Anlagen zu steigern. Gerade vor dem Hintergrund des Brexit betrachtet es der GDV als notwendig, die Anstrengungen zur Schaffung der Kapitalmarktunion zu steigern, da in hochentwickelten Kapitalmärkten eine Grundvoraussetzung für Wachstum und Beschäftigung gesehen wird.
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