31.01.2022 | Märkte

Frontier Markets in der Corona-Pandemie

In einer kurzen Marktanalyse hat Capital Group die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Frontier-Märkte untersucht. Bei den Einbrüchen des Wirtschaftswachstums zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zum Wachstum vor der Pandemie. Länder, die 2019 ein hohes Wachstum aufwiesen, waren von den Einbrüchen tendenziell weniger stark betroffen als Staaten, die schon zuvor wachstumsschwächer waren. Letzteres betraf vor allem Länder mit strukturellen Problemen wie bspw. Ecuador oder Tunesien. Auf der anderen Seite stehen die Wachstumsmotoren, die teilweise sogar einer Rezession gänzlich entgehen konnten, darunter Äthiopien oder Ägypten.


Quelle: Capital Group

Die fiskalischen Antworten auf die pandemischen Einflüsse waren zumeist positiv mit den bisherigen Schulden korreliert. Je höher die Schulden vor der Pandemie, umso höher war auch die Neuverschuldung im Zuge der Pandemie. Auch stiegen in reicheren, höher entwickelten Ländern die Defizite meist stärker an. Grund hierfür waren die dort schärferen Lockdowns, die zu rückläufigen Steuereinnahmen bei steigenden Ausgaben führten. Im Zuge des Anstiegs der Rohstoffpreise haben sich die Außenbilanzen vieler rohstoffexportierender Frontier Markets verbessert. Hinzu kamen umfassende Hilfszahlungen sowie Erleichterungen bei der Bedienung der Staatsschulden. Demgegenüber standen Rückgänge beim Tourismus, der für manche der Staaten, etwa Sri Lanka, von hoher Bedeutung ist. In Verbindung mit der nicht nachhaltigen Verschuldung führte dies bei Sri Lanka zu einem deutlichen Anstieg der Staatsanleihe-Spreads. Demgegenüber sanken die Spreads bei Ecuador, was im Wesentlichen auf den Reformkurs der Regierung zurückzuführen ist.


Quelle: Capital Group


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