Framework für ökologische Finanzrisiken
Das University of Cambridge Institute for Sustainability Leadership (CISL) hat Ende 2021 ein Handbuch für Finanzrisiken, die in Verbindung mit dem Verlust von Biodiversität, Ackerböden und Ökosystemen stehen, veröffentlicht. Das vorgestellte Framework unterscheidet physische, transitorische und rechtliche Risiken, die sich in zehn Kategorien des Ökosystems manifestieren können. Daraus lassen sich sechs Kernbereiche ableiten, die für Unternehmen und damit für Kapitalanlagen relevant sind: Unterbrechungen der Lieferkette, Preisvolatilität von Rohstoffen, notwendige Investitionen in Produktionsstätten, Externalitäten, die die Preisbildung beeinflussen, Stranded Assets, sowie Verlust und Zerstörung von physischem Anlagevermögen. Die daraus resultierenden Finanzrisiken lassen sich in vier Typen einteilen: Credit, Business, Markt und Liquidität.

Quelle: CISL
Beispielsweise wird der Landwirtschaftssektor durch physische Risiken in Form von abnehmenden Bodenqualitäten bedroht. Dieses Risiko manifestiert sich u.a. in einer sich verschlechternden Wasserqualität und reduziert die Auswahl an Pflanzen, die auf einer bestimmten Fläche angebaut werden können. Für Unternehmen des Sektors droht damit das Risiko von Stranded Assets sowie eine höhere Volatilität der landwirtschaftlichen Erträge. Für damit verbundene Finanzinstrumente wiederum bedeutet dies eine abnehmende Kreditqualität sowie eine unsicherere Dividende. Ebenfalls wird die Preisentwicklung der angebauten bzw. nicht mehr angebauten Rohstoffe beeinflusst.
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