21.09.2023 | Märkte

Fortschritte bei den Nachhaltigkeitszielen in der EU

Die Europäische Union hat sich der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) verpflichtet, die 2015 von den Vereinten Nationen festgelegt wurden. Die Fortschritte bei der Umsetzung werden seit 2017 in einem jährlichen Bericht von Eurostat analysiert.

Die Fortschrittsanalyse basiert auf dem SDG-Indikatorensatz der EU. Dieser ist entlang der SDGs strukturiert und umfasst soziale, wirtschaftliche, ökologische und institutionelle Dimensionen der Nachhaltigkeit, wie sie in der Agenda 2030 festgelegt sind. Jedes SDG wird durch fünf oder sechs Indikatoren abgedeckt.

Langfristig gesehen hat die EU erhebliche Fortschritte bei der Verwirklichung der sozioökonomischen Ziele erzielt, insbesondere bei der Gewährleistung menschenwürdiger Arbeit und wirtschaftlichen Wachstums (SDG 8) und der Gleichstellung der Geschlechter (SDG 5). Auch der Anteil der Bevölkerung, der von monetärer Armut oder materieller und sozialer Benachteiligung betroffen ist (Armutsbekämpfung, SDG 1), ist zurückgegangen. Dennoch müssten 15 Millionen Menschen aus Armut oder sozialer Ausgrenzung geholt werden, um das Ziel für 2030 zu erreichen. Bei den Umweltzielen wie Klimaschutz (SDG 13) und Leben an Land (SDG 15) sind die Fortschritte weniger ausgeprägt.



Quelle: Eurostat (2023)
 

Die Folgen der Corona-Pandemie und der militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine haben zusammen mit der anhaltenden Klimakrise erhebliche Hindernisse für die Verwirklichung der SDGs in Europa geschaffen. Dennoch wurden kurzfristig Fortschritte erzielt: So zeigen die Indikatoren für SDG 8, das sich auf menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum konzentriert, im Jahr 2022 Anzeichen einer Erholung und einen Anstieg der Investitionen auf einen neuen Höchststand, nachdem das BIP pro Kopf im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 um 5,7 % zurückgegangen war.

Deutschland hat die geringsten Fortschritte bei der Verringerung der Ungleichheit (SDG 10) gemacht und liegt hier unter dem europäischen Durchschnitt. Der Zugang zu sicherem und bezahlbarem Trinkwasser sowie zu sanitären Einrichtungen und Hygiene hat sich dagegen deutlich verbessert und liegt über dem EU-Durchschnitt.



Quelle: Eurostat (2023)

 

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