Forscher beschreiben grünen Wachstumspfad für Europa
Eine vom Bundesumweltministerium beauftragte und von einem Konsortium aus sechs führenden, europäischen Universitäten und Instituten durchgeführte Studie wurde Ende Februar in Brüssel offiziell präsentiert. Diese weist darauf hin, dass der Klimawandel nicht bloß als Trade-Off zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltschutz aufgefasst werden sollte. Stattdessen können sich aus der gemeinsamen Anpassung an den Klimawandel große Wachstumschancen für die europäische Union ergeben.
Voraussetzung sei eine entschiedenere Haltung der Politik. So fordern die Autoren, dass Europa seine Treibhausgasemissionen bis 2020 um 30 % senken solle statt nur um 20 %. Erst dann würden notwendige Innovationen und Lerneffekte mobilisiert, die zudem höheres Wachstum generieren.
Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
Unter der Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung hat das Autorenteam um Carlo C. Jaeger verschiedene Entwicklungsszenarien simuliert. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Ziele stärkeres Wachstum, höhere Beschäftigung und niedrigere Treibhausgasemissionen gegenseitig verstärken können, wenn die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden. 6 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze und 0,6 % zusätzliches jährliches Wachstum könnten bei niedrigeren Emissionen und höherer Energieeffizienz realisiert werden. Vor allem eine umfassende Modernisierung der Infrastruktur sei notwendig, wodurch in der Bauwirtschaft große Wachstumsmöglichkeiten entstehen würden.
Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung