09.07.2019 | Research

Fondsinvestments in Private Equity

Sowohl die Nachfrage nach privatem Kapital durch Unternehmen als auch das investorenseitige Angebot haben dazu geführt, dass in den vergangenen Jahren vermehrt Private-Equity-Finanzierungen statt Börsengängen durchgeführt werden, zeigt ein Researchpaper von Mai 2019. Darin fokussieren sich Sungjoung Kwon und Michelle Lowry von der Drexel University sowie Yiming Qian von der University of Iowa auf offene Fonds als Kapitalgeber. Die Autoren finden zwei wesentliche Treiber der Private-Equity-Finanzierungen. Seitens der Unternehmen besteht eine hohe Nachfrage nach privatem Kapital, um eine Börsennotierung aufzuschieben und vorher stärker wachsen zu können. Weiterhin werden die mit dem Listing einhergehenden Kosten vermieden. Auf Seiten der Fonds steht ein hohes Kapitalangebot und starkes Interesse an Private Equity, wodurch höhere Renditen erzielt werden sollen.
Die erwarteten Renditen sind vor allem bei Unternehmen, bei denen später ein Börsengang stattfindet, attraktiv, im Mittel erzielen Fonds hier 4,8 % monatlich. Die Risiken dieser Investments sind zudem weitgehend idiosynkratisch, es können also Diversifikationseffekte genutzt werden. Auch profitieren die Fonds bei Börsengängen in der Zukunft und können sich über direkte Private Equity Investments von passiv verwalteter Konkurrenz abheben.


Quelle: Kwon, Lowry, Qian, 2019

Untersucht wird auch, ob Venture-Capital-Investoren die Fonds als Quelle für „Dumb Money“ nutzen, also von deren Bereitschaft profitieren, zu hohen Bewertungen zu investieren. Diese Theorie wird allerdings verworfen, da Venture-Capital-Investoren zum gleichen Zeitpunkt in aller Regel die gleichen Konditionen für Investments erhalten wie Investmentfonds und ein Engagement von Fonds die Wahrscheinlichkeit eines gleichzeitigen Investments von Venture Capital erhöht. Auch die Entwicklung der Bewertungen nach dem Investment durch Fonds widerspricht der Theorie. Bei Unternehmen mit Fonds-Engagement ist im Falle eines späteren Börsenganges der Anstieg der Bewertung sogar noch höher als ohne Fonds-Investoren.  


Quelle: Kwon, Lowry, Qian, 2019


Das komplette Spektrum der Private Markets deckt der im Oktober 2018 erschienene Absolut|spezial Private Markets ab. Diese Sonderpublikation enthält u.a. Beiträge zu Private Equity, Infrastrukturinvestments, Private Debt und Private Lending sowie  die Regulierung von Kreditfonds in Deutschland und Luxemburg.

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